16.02.2020 - 10:41 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Obacht, wenn`s im Bauch zwickt

Schmerzen im Bauch können viele Ursachen haben, harmlose oder auch ernstzunehmende. In der Vortragsreihe "Chefarzt im Gespräch" am Klinikum Weiden beleuchtet Professor Dr. Karl-Heinz Dietl mögliche Ursachen, wenn "es im Bauch zwickt".

Die Medizinische Direktorin Michaela Hutzler stellt den Referenten Chefarzt Professor Karl-Heinz Dietl vor.
von Siegfried BühnerProfil

Mit einem besonders spektakulären Fall aus dem Krankenhausalltag begann Professor Karl-Heinz Dietl seinen Chefarztvortrag. „Im Krankenhaus A wurde ein Patient mit Bauchschmerzen nach 6 Stunden, im Krankenhaus B nach 12 Stunden wieder entlassen. Als der Mann nach 34 Stunden in Klinikum Weiden kam, war es zu spät, er verstarb an einem Darminfarkt“. Mit diesem Beispiel war die Aufmerksamkeit der Zuhörer sichergestellt.

Doch es folgte ein zweites. „Ein Hausarzt fand keine Ursachen für die Bauchschmerzen seines Patienten. Der Nachbar des Mannes hatte eine Vermutung und fuhr den Schmerzpatienten sofort ins Klinikum. Wir stellten die Verstopfung der Darmschlagader durch ein Blutgerinnsel fest. Endoskopisch konnte das Gerinnsel entfernt werden. Nach zwei Nächten war der Patient wieder zu Hause“. So sei verhindert worden, dass durch den Darminfarkt Bakterien ins Blut wandern.

Das Gefährliche an einem Darminfarkt sei, erklärte Dietl, dass sich der Schmerz erst einmal wieder beruhigt. Als „Spezifikum des Klinikums Weiden“ bezeichnete er die vorhandene „spezielle interventionelle Radiologie“ zur Behandlung von Darminfarkten. Der medizinische Fachbegriff für solche Schmerzen laute „Akutes Abdomen“. Neben Bauchschmerzen sei eventuell die Bauchmuskulatur angespannt und möglicherweise treten auch Kreislaufprobleme auf. „Es kann auch nur ein verklemmter Wind sein“, sagte der Professor. Meistens aber sei es doch besser zum Arzt zu gehen. Dieser stelle fest, ob es sich um einen plötzlich und heftig einsetzenden Perforationsschmerz, einen krampfartigen oder wellenförmigen Kolikschmerz oder einen gleichbleibenden Entzündungsschmerz handelt und welche Ursachen dafür infrage kommen.

Dietl warnte vor der Einnahme von starken Schmerzmitteln wie Morphium, solange die Ursachen der Schmerzen nicht bekannt sind. Derjenige, der regelmäßig Schmerzmittel wie etwa Ibuprofen, Diclofenac oder ASS einnehme, sollte sich auf das Bakterium Helicobacter untersuchen lassen, um größere Schäden am Magen zu verhindern.

Im Vortrag wurden viele mögliche Diagnosen beim Auftreten von Bauchschmerzen vorgestellt. Dazu gehörten auch die Entzündung des Wurmfortsatzes am Blinddarm, die Entzündung der Gallenblase, das Magen-oder Zwölffingerdarmgeschwür oder die akute Bauchspeicheldrüsenentzündung. Dietl stellte auch einen Fall der „Linksseitenkrankheit“ vor, bei der Verdacht auf Herzinfarkt bestand, der Patient tatsächlich aber eine „durchgebrochene Galle“ aufwies. Weil sich im Bauchraum sehr viele Organe befänden, gebe es auch eine große Anzahl möglicher Ursachen für Bauchschmerzen. Am Klinikum Weiden sei man technisch für Darmoperationen gut ausgestattet.

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