22.11.2019 - 17:30 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Oberst Freuding zurück in der Kaserne

Fünf Jahre lang war Christian Freuding Adjutant von Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen. Seit September hat der aus Weiden stammende Oberst eine neue Aufgabe – als Vorgesetzter von rund 5000 Soldaten.

Oberst Christian Freuding weist Teilnehmer eines Lehrgangs ein.
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Der promovierte Politikwissenschaftler hat fast eine Bilderbuchlaufbahn hinter sich, vom Zugführer über den Kompaniechef zum Referenten für europäische Verteidigungspolitik zum Bataillonskommandeur bis ins Verteidigungsministerium. Dort stand er 24 Stunden am Tag für die Ministerin bereit. Zur Not musste er auch ihre Handtasche tragen.

Dass der 48-Jährige nun im niedersächsischen Munster als Kommandeur die Panzerlehrbrigade 9 übernommen hat, liege aber nicht am Wechsel von der Leyens nach Brüssel, sondern habe sich bereits seit Ostern abgezeichnet. "Immer wieder neue Funktionen sind Teil der Stärke des Systems," sagt der verheiratete Vater von zwei Mädchen (5 und 3 Jahre). Die Brigade umfasst sieben Bataillone und eine Stabs- und Fernmeldekompanie. Neben Munster gehören dazu die Standorte Minden an der Weser, Neustadt am Rübenberge, Rothenburg an der Wümme und Lüneburg.

Eine Besonderheit ist die Zugehörigkeit zur VJTF-Brigade der Nato. Das steht für Very High Readiness Joint Task Force, zu deutsch: Einsatzgruppe mit sehr hoher Einsatzbereitschaft. Die multinationale Kampftruppe wird gern "als Speerspitze der Allianz" bezeichnet und kann im Bündnisfall innerhalb kürzester Zeit, fünf bis sieben Tage, verlegt werden. Die VJTF ist immer dabvei, wenn über Nato-Großübungen, wie zuletzt in Norwegen oder Polen, berichtet wird.

Angesprochen auf die in der Kritik stehende Ausrüstungssituation, kann Oberst Freuding nicht klagen. "Die VJTF hat alles, was sie brauch. Das ist allerdings temporär zulasten anderer Verbände gegangen." Freuding hat einen recht guten Überblick. Vier Tage ist er bei den Verbänden an den Standorten seiner Lehrbrigae unterwegs, einen Tag verbringt er im Brigadestab. Die Freizeit bestimmen drei Themen: Sport, Lesen, Familie. Wenn er die Eltern in Weiden besucht, fährt er auch gerne an der Ostmarkkaserne vorbei, deren bauliche Veränderungen er mit Interesse zur Kenntnis nimmt. "Es war schließlich dort, wo ich vor 30 Jahren zum ersten Mal in meinem Leben durch ein Kasernentor getreten bin." Gut möglich, dass er sich in absehbarer Zeit daran mal als General erinnert.

Christian Freuding zu Besuch mit Ursula von der Leyen in Weiden

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