16.07.2021 - 10:04 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Ohne Maske auf Anti-Corona-Demo in Weiden: Mann soll Attest gefälscht haben

Wegen "Gebrauch unrichtiger Gesundheitszeugnisse" stand nun ein 60-Jähriger vor dem Weidener Amtsgericht. Es soll ein falsches Attest benutzt haben, um bei einer Veranstaltung gegen Corona-Maßnahmen keinen Mund-Nase-Schutz tragen zu müssen.

Eine Statue der Justitia mit einer Waage in ihrer Hand.
von Autor RNSProfil

Bei der Veranstaltung gegen die Corona-Maßnahmen am 18. November vergangenen Jahres auf dem Weidener Festplatz zeigte ein 60-Jähriger ein Gesundheitszeugnis vor, in dem ihm ärztlich bescheinigt wurde, vom Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung befreit zu sein. Nachdem die Staatsanwaltschaft dringend vermutete, dass es sich dabei um ein Blanko-Attest aus dem Internet handelte und keine ärztliche Untersuchung stattgefunden hatte, bekam der Mann aus Cham einen Strafbefehl über 90 mal 50 Euro.

Dies ließ sich der Unternehmer nicht gefallen und legte Einspruch ein. Vor Strafrichter Hubert Windisch bezeichnete sein Anwalt Heinz Ettl (Schwandorf) das Vorgehen der Staatsanwaltschaft als „Skandal sondersgleichen“. Es beruhe nur auf Verdacht. Aus den Ermittlungen sei nirgendwo ersichtlich, dass sein Mandant nicht ärztlich untersucht worden sei. Auch dafür, dass er das Gesundheitszeugnis aus dem Internet heruntergeladen habe, gebe es keinerlei Hinweise – oder gar Beweise. Der Angeklagte selbst, der sich als „Selbst-Denker“, nicht als „Querdenker“, bezeichnete, behauptete, dass er auf einer Demo in Stuttgart den Arzt angesprochen habe, dieser ihn untersucht habe und er Honorargebühren von 17 Euro überwiesen habe. Außerdem trage das Original die Unterschrift des Arztes.

Richter Windisch setzte das Verfahren einstweilig aus. Man werde zuerst den Prozess gegen den Arzt in Augsburg abwarten. Praxisräume und Privatwohnung des Mediziners, der im Verdacht steht, vielfach „Gefälligkeitsatteste“ für Mundschutzbefreiung erstellt zu haben, sind durchsucht worden. Die Staatsanwaltschaft Augsburg ermittelt. Wenn das Verfahren abgeschlossen ist, soll der Arzt in Weiden aussagen, ob er den Angeklagten wirklich untersucht hat.

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