Weiden in der Oberpfalz
22.10.2026 - 14:51 Uhr

"Orange Day" in Weiden: Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen

Mit einem vielfältigen Programm setzen Weiden und die Region vom 6. November bis 10. Dezember ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen. Kürzungen öffentlicher Zuschüsse bereiten Sorgen.

Die Kooperationspartner des diesjährigen "Orange Days" präsentierten ihre Projekte und Angebote. Bild: Helmut Kunz
Die Kooperationspartner des diesjährigen "Orange Days" präsentierten ihre Projekte und Angebote.

Gewalt gegen Frauen hat viele Gesichter. Sie reicht von körperlichen Übergriffen über psychische und sexualisierte Gewalt bis hin zu digitaler Belästigung und struktureller Benachteiligung. Mit den diesjährigen Aktionen rund um den "Orange Day" wollen das Frauenforum Weiden-Neustadt und zahlreiche Kooperationspartner auf diese Realität aufmerksam machen, Betroffene stärken und die Öffentlichkeit zum Handeln bewegen.

Beim Pressegespräch am Donnerstag im Neuen Rathaus präsentierten die Beteiligten das Programm der Aktionswochen, die am 6. November beginnen und am 10. Dezember enden. Der Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen am 25. November bildet dabei mit dem "Orange Walk" durch die Innenstadt mit einem anschließenden Kinobesuch einen zentralen Anlass. Die Farbe orange steht weltweit als Symbol für eine Zukunft ohne Gewalt.

Kein Randthema

Die Veranstalter machten deutlich, dass Gewalt gegen Frauen kein Randthema ist. Betroffen sind Frauen unabhängig von Alter, Herkunft oder sozialem Status. Neben körperlicher und psychischer Gewalt nehmen auch digitale Übergriffe und Formen der Kontrolle im Internet eine wichtige Rolle ein. Umso bedeutender seien Aufklärung, Prävention und verlässliche Anlaufstellen für Frauen in schwierigen Lebenssituationen.

Ein besonderes Augenmerk gilt der Frage, wie Betroffene langfristig unterstützt werden können. Die Vertreterinnen und Vertreter der beteiligten Organisationen bedauerten deshalb die aktuellen Beschneidungen öffentlicher Zuschüsse. Gerade beim Frauenhaus und beim Verein "Dornrose" seien verlässliche finanzielle Rahmenbedingungen unverzichtbar. Schutz, Beratung und Begleitung benötigten ausreichend Personal und Ressourcen. Der Bedarf an Unterstützung verschwinde nicht, wenn öffentliche Mittel gekürzt würden, lautete die Sorge.

Konzerte, Vorträge, Gespräche

Das Programm bietet unterschiedliche Zugänge zum Thema. Den Auftakt bildet am Freitag, 6. November, um 19 Uhr der Vortrag "Deutschsrap, Männlichkeit und neue Perspektiven". Am Donnerstag, 12. November, folgt um 18 Uhr eine Lesung mit Buchgespräch in der Regionalbibliothek. Am Mittwoch, 18. November, informiert eine Aktion mit dem Info-Stand "Die orange Bank setzt ein Zeichen" ab 9 Uhr am Unteren Markt über das Anliegen der Aktionswochen. Abends zeigt das Neue-Welt-Kinocenter um 19 Uhr den Film "Was an Empfindsamkeit bleibt". Es gibt Konzerte und Tänze, auch Vorträge, Gespräche und kulturelle Beiträge begleiten die folgenden Tage. Am Donnerstag, 10. Dezember, enden die Aktionswochen mit einer Impro-Show im "Kulturbahnhof Parapluie".

Ein weiterer wichtiger Programmpunkt widmet sich einem ganz anderen, aber ebenso gesellschaftlich relevanten Thema: Am Montag, 7. Dezember, geht es beim Vortrag "EndoKI: Künstliche Intelligenz soll die Diagnose von Endometriose verbessern" um 18.30 Uhr in der Volkshochschule um neue Möglichkeiten in der Frauengesundheit. Das Forschungsprojekt EndoKI verbindet medizinische Daten und künstliche Intelligenz, um Endometriose künftig früher und zuverlässiger erkennen zu können.

Gottesdienst in Vohenstrauß

Auch Vohenstrauß beteiligt sich mit einem Gottesdienst am regionalen Engagement. Die Veranstalterinnen und Veranstalter laden dazu ein, die Angebote zu besuchen und sich mit den verschiedenen Facetten von Gewalt und Gleichstellung auseinanderzusetzen. Denn ein Zeichen gegen Gewalt entsteht nicht allein durch die Farbe orange, sondern durch Aufmerksamkeit, Zivilcourage und konkrete Unterstützung im Alltag.

Die Aktionswochen sollen deshalb nicht nur informieren, sondern auch auf die Bedeutung einer dauerhaft gesicherten Hilfsstruktur aufmerksam machen. Gewaltprävention dürfe nicht allein vom Engagement einzelner Beschäftigter und Ehrenamtlicher abhängen. Notwendig seien gesellschaftliche Solidarität und politische Verantwortung.

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