Eine musikalische Reise quer durch Europa und weit darüber hinaus erlebten die Gäste am Freitagabend im Kulturbahnhof „Parapluie“ in Weiden. Auf der „Live Stage“ gastierte das Weltmusik-Ensemble Orchestra Grandessa und entführte das Publikum in eine Klangwelt voller Melancholie, Lebensfreude und virtuoser Spielfreude. Zahlreiche Besucher waren gekommen, um sich auf die besondere Mischung aus Gypsy-Swing, Tango, französischer Musette und osteuropäischer Folklore einzulassen. Ganz so voll wie bei einem Rockkonzert war es zwar nicht, aber die Atmosphäre stimmte.
Anders als angekündigt stand in Weiden kein Quintett, sondern ein Quartett auf der Bühne. Das tat dem musikalischen Erlebnis jedoch keinen Abbruch. Die Musiker verstanden es, mit ihrem akustischen Zusammenspiel und einem abwechslungsreichen Repertoire eine ganz eigene Stimmung zu erzeugen. Im Mittelpunkt standen die musikalische Ausdruckskraft der einzelnen Instrumente und das fein aufeinander abgestimmte Zusammenspiel.
Kein Konzert zum mittanzen
Die Bandbreite reichte von swingenden Rhythmen im Geiste Django Reinhardts über sehnsuchtsvolle Tangoklänge bis hin zu temperamentvoller osteuropäischer Folklore und Klezmer. Auch die elegante Leichtigkeit französischer Salonmusik schimmerte durch. Mal klangen die Stücke beschwingt und voller Energie, mal verträumt, melancholisch und beinahe wehmütig. Gerade dieser Wechsel zwischen überschäumender Lebensfreude und stillen, nachdenklichen Momenten machte den Reiz des Abends aus.
Zum ausgelassenen Mittanzen eignete sich das Konzert weniger. Die Musik verlangte vielmehr nach einem Publikum, das genau hinhört, sich auf die Melodien einlässt und den feinen Nuancen folgt. So wurde die „Live-Stage“ an diesem Abend weniger zum Tanzboden als zum Ort des konzentrierten Musikgenusses. Die Nähe zwischen Bühne und Publikum, die den Kulturbahnhof auszeichnet, kam der akustischen Darbietung dabei besonders zugute.
Gefühl stand im Mittelpunkt
Das Orchestra Grandessa zeigte, wie vielfältig Weltmusik sein kann. Zwischen Gypsy-Swing, Tango und Klezmer entstand eine musikalische Landkarte, die von Pariser Straßencafés bis zu osteuropäischen Festen reichte.
Am Freitag standen nicht die große Show und laute Effekte im Mittelpunkt, sondern handgemachte Musik, Gefühl und musikalische Klasse. Im „Parapluie“ durfte das Publikum für einige Stunden den Alltag vergessen und sich ganz den Klängen einer grenzenlosen musikalischen Welt hingeben.













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