22.04.2019 - 12:37 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Ostern im Gedenken an Terroropfer

Die Botschaft zu Ostern richtet sich an alle Menschen. Das wird bei den Feiern in der Weidener Herz-Jesu-Kirche deutlich. Die Gemeinde nimmt Anteil am Leid durch Kriege und Terror - wie zuletzt in Sri Lanka.

Stadtpfarrer Gerhard Pausch entzündet vor der Herz Jesu Kirche die Osterkerze.
von Helmut KunzProfil

„Wir sind in Gottes Liebe für immer geborgen.“ Das war die klare Botschaft, die Stadtpfarrer Gerhard Pausch den vielen Gläubigen, die gemeinsam mit ihm in der Herz-Jesu-Kirche die Osternachtsmesse feierten, mitgab. In seiner Predigt beklagte der Geistliche am frühen Sonntagmorgen, dass Hass und Unfrieden in vielen Teilen der Welt die Liebe verdunkelten. Das kleine Licht der Osterkerze wolle ein Zeichen der Hoffnung setzen.

Während vor der Kirche Ministranten mit Ratschen klapperten, flackerte vor dem Hauptportal schon das Osterfeuer, an dem der Pfarrer die Osterkerze als Zeichen der Erlösung entzündete. Mit dem dreimaligen Ruf „Lumen Christi“ wurde das Licht in die noch dunkle Kirche hineingetragen, wo es dann an die Kerzen, welche die Gläubigen mitgebracht hatten, weitergereicht wurde.

Das Kreuz anderer tragen

Jeder und jede habe sein Packerl im Leben zu tragen, der eine mehr, die andere weniger. Die Gedanken des Geistlichen gingen unter anderem nach Libyen. "Wie viele Menschen leben momentan in Angst und Verzweiflung. Wie geht es weiter? Kommen die Granaten und Gewehrkugeln unausweichlich auf sie zu?

Die Gläubigen trügen mit dem Osterlicht die Osterhoffnung in die Herzen. Ohne Jesus wäre das Leben dunkel und trostlos, sagte der Geistliche. „Eine Welt ohne Gott wäre kalt.“ Wer auf Christus vertraue, der sehe alles in einem anderen Licht. Der finde Mut, das Leben anzunehmen, so wie es sei, und auch das Kreuz anderer mitzutragen, so wie es Simon von Cyrene einst für Jesus getragen habe.

„Zum Glück gibt es in unserer Welt nicht nur Dunkelheit, sondern auch viel Gutes.“ Dazu zählte Pfarrer Pausch die große Hilfsbereitschaft nach dem Brand in der Kirche Notre Dame, Typisierungsaktionen und die vielen Menschen, die in Gruppierungen und Vereinen zu einem funktionierenden Gemeinwesen beitrügen. „Dies alles sind Lichter der Hoffnung.“

Ostereier für Besucher

Auch in Zeiten von Trauer leuchte das Osterlicht. Denn es verspreche eine ewige Zukunft bei Gott. „Das ist das Ziel, auf das wir hinleben.“ Der Pfarrer: „Jesus lebt, damit auch wir leben. Heute und auch einmal in der Ewigkeit.“ Und: "Ostern gibt uns Hoffnung, die über den Tod und das Grab hinausreicht." Im Gottesdienst am Ostermontag wurde auch an das Leid der Terror-Opfer in Sri Lanka gedacht. In den Stunden, in denen rund um die Welt die Auferstehung Christi gefeiert wurde, habe es diese furchtbaren Terrorakte in den Kirchen gegeben. "Wir wissen uns mit den verfolgten und bedrängten Christen in aller Welt verbunden durch unser Gebet und unseren gemeinsamen Glauben."

Musikalisch umrahmt wurde die Osternacht vom Kirchenchor Herz Jesu unter Leitung von Chordirektor Peter Kosmus. Nach der Osternachtsmesse wurden Speisen für den Ostertisch daheim geweiht, und es gab es Ostereier für die Gottesdienstbesucher.

Indem Stadtpfarrer Gerhard Pausch die Osterkerze ins Weihwasserbecken tauchte, segnete er das Wasser.
Weil die Glocken an Gründonnerstag nach Rom geflogen waren, begrüßten Ministranten die Gottesdienstbesucher zur Osternachtsmesse mit knarrenden Ratschen.
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