26.06.2018 - 12:50 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Paradies auf Erden durch Digitalisierung?

Die Zusammenarbeit von Betrieben mit der Wissenschaft geschieht oft hinter verschlossenen Türen. Am "TechDay" 2018 im Maschinenbauunternehmen BAM kann jeder dies einen Tag lang beobachten

Abschließend verteilt der Roboterarm Bonbons. Doch vorher stellten (von links) OTH-Dekan Professor Clemens Bulitta und BAM-Geschäftsführer Marco Bauer das Programm des gemeinsamen "TechDays" am 2. Juli vor.
von Siegfried BühnerProfil

(sbü) Noch längst ist die Medizintechnik nicht so weit, dass Menschen nicht mehr sterben müssen. Erste Schritte auf diesem langen Weg sind aber schon vollzogen. Wie sie aussehen präsentieren die BAM GmbH in Weiden und die Hochschule Amberg-Weiden am "TechDay" 2018, dem 2. Juli. BAM-Geschäftsführer Marco Bauer und OTH-Dekan Professor Clemens Bulitta präsentierten das Programm ihrer gemeinsamen Veranstaltung.

Seit Jahren forschen Wissenschaftler der OTH in Weiden und Amberg an digitalen Produktionsprozessen in der Medizin und anderen Bereichen, berichtete dazu Professor Bulitta. Ein Beispiel dafür ist die für Millionen von Patienten wichtige Fragestellung, „gelingt es bald, die für mich persönlich passende Hüft- oder Knieprothese oder den Zahnersatz herzustellen?“. Verfahren wurden dafür entwickelt, doch nur im praktischen Einsatz in einem Industriebetrieb ist ein realistischer Test möglich. Es bedurfte also eines Betriebs, der digitale Produktionsmethoden in hohem Maße einsetzt.

„Wir suchten einen starken Partner vor Ort, mit dem wir unsere und seine Netzwerke und Kompetenzen zusammenwerfen können“, berichtete Bulitta. Seit Jahren habe sich die BAM GmbH darum gekümmert, Produkte aus Metall und Kunststoff immer präziser zu produzieren, stellt dazu Geschäftsführer Bauer fest. So sei es naheliegend gewesen, immer enger zu kooperieren. Am "TechDay" wird diese Zusammenarbeit ausführlich vorgestellt. Gleichzeitig soll der Tag aber auch zum Wissenschafts- und Praxisforum werden.

Laut Veranstaltungsprogramm referieren „technikversierte Unternehmen und deren Entscheider, Mediziner aus unterschiedlichen Fachbereichen, z. B. der Kardiologie oder auch der Orthopädie aber auch Know-how-Träger verschiedener Firmen des produzierenden Gewerbes“. Drei Themenblöcke verlaufen parallel, sodass sich die Besucher an ihren persönlichen Interessen orientieren können. Es sind „Medizintechnik“, „digitale Produktion“ und „zerspanende und additive Fertigungstechnologie“.

Im Themenblock „Medizintechnik“ geht es unter anderem um den 3D-Druck in der Medizin, um Datenintelligenz für smarte Gesundheitssysteme und um bessere Diagnostizierung von Karzinomen. Vorträge im Themenblock digitale Produktion behandeln zum Beispiel die „smarte“ Produktionserfassung und Steuerung, die Robotik und die Auswirkungen auf die Arbeitswelt durch Digitalisierung. Im dritten Themenblock berichten Industrievertreter über ihre additiven (3D-Druck-)Fertigungsmethoden, über flexible Automation in Zeiten des Fachkräftemangels und über Rationalisierungspotenziale durch immer effizientere und präzisere Messverfahren.

Ganz konkret widmet sich dann eine Podiumsdiskussion zum Abschluss der Frage „Wo bleibt der Mensch?“ vor dem Hintergrund, dass Roboter und Softwareprogramme bald selbst andere Exemplare ihrer Spezies entwickeln können. 3D-gedruckte Körperteile seien keine Vision mehr sondern Realität. „Wird am Ende auch der Mensch digitalisiert?“ heißt es dazu im Veranstaltungsprogramm.

Der "TechDay" beginnt um 9.30 Uhr und endet gegen 19 Uhr in den Räumen der BAM GmbH, Dr.-Müller-Straße 26. Einzelheiten sind der Internetseite techday.bam.group zu entnehmen. Dort besteht auch die Möglichkeit zur Anmeldung. Laut Geschäftsführer Bauer liegen bereits 150 Anmeldungen vor.





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