09.08.2018 - 17:03 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Pflegen ist eine Berufung

Mit 19 frisch ausgebildeten Pflegefachkräften kann der Mangel an Personal wohl kaum bekämpft werden. Doch die Abschlussfeier ist eine Werbung für den Pflegeberuf.

Gruppenbild bevor richtig gefeiert wurde: Absolventen der generalistischen Pflegeausbildung zusammen mit Ehrengästen, der Geschäftsführung und der Schulleitung
von Siegfried BühnerProfil

(sbü) Die Ausbildung endet offiziell zwar erst im September, doch gefeiert werden durfte jetzt schon. 19 Schüler an der Berufsfachschule für Kinderkrankenpflege haben die generalistische Pflegeausbildung beendet und die Abschlussprüfung bestanden.

Drei Jahre dauerte diese Ausbildung. Sie wurde als Schulversuch im Vorgriff auf die zwischenzeitlich in Kraft getretene Reform der Pflegeausbildung an der Akademie für Gesundheit New Life absolviert. Die Akademie gehört zu den Kliniken Nordoberpfalz. Teilnehmer konnten zwischen den Ausbildungsschwerpunkten Kinderkrankenpflege und Krankenpflege wählen. Neun entschieden sich für die Kinderkrankenpflege, zehn für die allgemeine Krankenpflege. Sie alle erhielten ihre Abschlusszeugnisse.

In allen Ansprachen wurde darauf hingewiesen, dass es im Pflegeberuf um mehr geht als ums Geldverdienen. "Sie tragen wesentlich dazu bei, das Leben der Ihnen anvertrauten Menschen lebenswert zu machen", sagte Landrat Wolfgang Lippert als Vertreter des Aufsichtsrats der Kliniken Nordoberpfalz. Ausführlich beschäftigte sich Gesamtschulleiterin Christel Glück-Baisch mit den Eigenschaften von Pflegekräften. "Woran erkennt man eine gute Pflegekraft?", fragte sie. Die Antwort lautete: "Die gute Pflegekraft weiß, was zu tun ist und tut es auch".

Drei wichtige Voraussetzungen seien dafür erforderlich. Zunächst geht es um das in der Ausbildung und später in der Arbeit mit dem Patienten erworbene "evidenzbasierte Wissen". Doch das alleine würde längst nicht reichen, meinte Glück-Baisch. Dazu komme Intuition, die sich auch aus der Erfahrung heraus entwickle, und vor allem das Einfühlungsvermögen oder Empathie für die Patienten. An einem praktischen Beispiel machte die Schulleiterin diese Eigenschaften deutlich. So würde eine Pflegekraft nicht lange nachdenken und schaue eben auch außerhalb des Pflegeplans noch einmal nach einem bestimmten Patienten.

Einen Ratschlag gab die Schulleiterin ihren Absolventen auch noch mit auf den weiteren beruflichen Weg: "Verlieren Sie sich bitte nicht in der Routine des Berufslebens". Ähnlich äußerte sich auch Pflegedirektor Thomas Baldauf als Vertreter der Geschäftsleitung der Kliniken. In Anbetracht des rasanten Fortschritts in der Medizin empfahl Baldauf: "Behalten Sie bitte die Grundhaltung eines Forschenden, der sich immer wieder für neue Erkenntnisse der Pflegewissenschaft interessiert". Für musikalische Umrahmung sorgte das Gesangsduo Marina und Magdalena. Die Ansprachen als Klassensprecher hielten Felix Hammerl, Hannah Rösel und Bernadette Bäumler. Schulleiterin Glück-Baisch freute sich über eine steigende Zahl von Schuleintritten zum 1. September: 34 neue Auszubildende beginnen die Ausbildung an der Berufsfachschule.

Fünf Prüfungsbeste wurden mit Geschenk und Urkunden geehrt: Felix Albrecht und Ulrike Bock (jeweils Note 1,33), Hannah Rösel und Franziska Stöckl (jeweils 1,66) und Felix Hammerl (2,0). Den Staatspreis der Regierung der Oberpfalz werden Felix Albrecht und Franziska Stöckl erhalten. Absolventen mit einer Durchschnittsnote von mindestens 1,9 haben die Möglichkeit, sich um ein Weiterbildungsstipendium der Begabtenförderung zu bewerben.

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