29.03.2021 - 12:54 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Pionier und Visionär: SPD-Stadtverband am Grab von Hans Bauer

Oberbürgermeister Jens Meyer, Alt-Oberbürgermeister Kurt Seggewiß, stellvertretender Stadtverbandsvorsitzender Herbert Schmidt und Stadtverbandsvorsitzende Sabine Zeidler am Grab von Alt-Oberbürgermeister Hans Bauer.
von Helmut KunzProfil

Zum 45. Todestag von Alt-Oberbürgermeister Hans Bauer legte der SPD-Stadtverband eine Schale nieder. Bauer starb am 24. März 1976, drei Tage nach seiner glänzenden Wiederwahl, und hinterließ in der Weidener SPD eine große Lücke, die erst mit dem Amtsantritt von Kurt Seggewiß 2007, gefolgt von Jens Meyer 2020 geschlossen werden konnte. Hans Bauer wurde am 27. Mai 1920 im damals noch selbstständigen Frauenricht als Sohn eines Porzellandrehers geboren.

Nach einer Lehre bei der Firma Witt und dem Dienst beim Reichsarbeitsdienst musste er an die Ostfront, wo er vier Mal verwundet wurde. Als Schwerkriegsbeschädigter arbeitet er sich ab 1945 zuerst in der Stadtverwaltung und dann in der SPD vom Fraktionsvorsitzenden bis zum Oberbürgermeister hoch. "Menschen, die ihn noch erlebten, beschreiben ihn als sozial empfindsamen, hilfsbereiten Menschen, der immer ein offenes Ohr für seine Mitmenschen hatte und andere für seine Ideen begeistern konnte," würdigen ihn die Genossen.

Bauer war von 1960 bis 1970 Vorsitzender der Arbeiterwohlfahrt. "Vieles von dem, was er anpackte, muss als Pioniertat gewertet werden." Er sei ein Visionär gewesen, der seine Ideen mit Klugheit und Stadthaftigkeit Wirklichkeit werden ließ. Er baute Seniorenwohnungen Hinterm Zwinger 20 und 22, die Seniorenwohnanlage in der Hohenstaufenstraße und den das Altenheim in der Leimbergerstraße.

1960 übernahm er den Fraktionsvorsitz der SPD-Fraktion im Stadtrat. Damals, wie heute verfügte der damalige Oberbürgermeister Hans Schelter dort über keine eigene Mehrheit. Aber Bauer sei es gelungen, durch überzeugende Argumente vieles auf den Weg zu bringen. Etwa die Gründung der Städtischen Wohnbaugesellschaft 1960. Als Oberbürgermeister gab er den Anstoß für Gewebegebiete Pfreimter Weiher, Weiden Nord und Am Forst. Dadurch wurde der Grundstein für die Schaffung bitter benötigter Arbeitsplätze im Stadtgebiet und Basis für die prosperierende Stadtentwicklung gelegt.

Die Planung und der Baubeginn der Süd-Osttangente, die Anlage des Großparkplatzes Naabwiesen, der Neubau der Mädchen- und Knaben-Realschule oder Weiterentwicklung des Städtischen Krankenhauses fielen in seine Zeit. Aus kleineren Weinfesten entwickelte sich unter seiner Regie das erste Bürgerfest in der Altstadt. Damals sollten die finanziellen Überschüsse für soziale Zwecke verwendet werden.

Sein größter Schachzug war wohl, die Stadtbücherei aus der Asylstraße in eine neue Bleibe zu bringen. Das Alte Schulhaus neben der Michaelskirche wollten einige Stadträte schon abreißen. Hans Bauer schaffte es ohne städtische Mittel, allein mit Zuschüssen aus Bonn und München sowie Spenden aus der Bevölkerung das Kulturzentrum mit Bücherei, Archiv und Museum in das renovierte Gebäude einziehen zu lassen, das nicht ohne Grund heute seinen Namen trägt. "Der plötzliche Tod im März 1976 hatte zur Folge, dass die Früchte dessen, was Hans Bauer auf den Weg gebracht hatte erst von seinem Nachfolger als Ernte eingefahren werden konnte."

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