Standing Ovations nach der Rede von Oberbürgermeisterkandidat Benjamin Zeitler im Postkellersaal. 110 Besucher waren in der Traditionsgaststätte, die Krüge klirrten und das Kulmbacher schäumte. Politischer Aschermittwoch. Bei der Weidener CSU war das keine Pflichtübung, sondern Leidenschaft. Und Wahlkampf pur.
Gleich zu Beginn stießen Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht, Bürgermeister Lothar Höher, CSU-Kreischef Stephan Gollwitzer, Landtagabgeordneter Stephan Oetzinger und Zeitler miteinander an. Geschlossenheit demonstrieren, Angriffslust zeigen. Das war die Devise des Abends.
Saal reagiert mit Beifall
Stephan Gollwitzer trat als erster ans Rednerpult und legte los. "Es ist Zeit für einen Wechsel", rief er in den vollbesetzten Saal. Pfiffe, kräftiger Applaus. Der Kreisvorsitzende zeichnete das Bild eines Oberbürgermeisters, der "immer die Schuld auf andere schiebt: auf den Stadtrat, auf Bund und Land". Selbstkritik? Fehlanzeige. Auch die SPD-Plakate mussten herhalten: "Nichtssagend, ohne Bezug zu Weiden." Wer heute mit "Wohnraum schaffen" oder "Anpacken" werbe, müsse sich fragen lassen, "was die letzten 19 Jahre hier passiert ist". Der Saal reagierte mit Beifall.
Benjamin Zeitler wählte einen ruhigeren Einstieg und traf doch ins Mark. „Der Faschingsdienstag war kein Glanzstück“, sagte er. Nicht allein wegen des Regens. „Es hat etwas gefehlt.“ Der abgesagte Rathausfasching sei ein Symbol für die Stimmung in der Stadt. „Das Rathaus ist Herzstück. Dort wachsen Bauhof und Verwaltung zusammen. Dort entsteht Teamgeist.“ In Weiden habe aber gearbeitet werden müssen, während in anderen Rathäusern gefeiert worden sei.
"Zu wenig Impuls"
"Keine Tänze im Rathaus, kein Faschingszug. Den gibt es schon lange nicht mehr." Getragen worden sei der Faschingsdienstag vor allem von Gastronomen in der Innenstadt. "Die Privaten haben organisiert, Stimmung gemacht, durchgezogen." Sein Resümee: "Von offizieller Seite kommt zu wenig Impuls. Weiden braucht Führung, die selbst gestaltet."
Drei Fragen stellte er an den Beginn seiner Rede: "Wofür stehen wir? Wofür stehen wir nicht? Und was braucht Weiden in schwierigen Zeiten?" Energiepreise, wirtschaftliche Unsicherheit, angespannte Haushalte: Die Weltpolitik wirke bis ins Rathaus hinein. Zeitler erinnerte an das Erfolgstrio Hans Schröpf, Gustl Lang und den Genossen Ludwig Stiegler. "Es war nicht selbstverständlich, dass wir die OTH haben, vier Autobahnausfahrten und starke Gewerbegebiete."
Der Unterschied habe "im Ton und im Handeln" gelegen. Rahmenbedingungen seien kein Vorwand gewesen, sondern Antrieb. "Vorfahrt für Wirtschaft." Die Leute klatschten. "Ohne starke Wirtschaft keine starken Finanzen. Ohne Arbeitsplätze keine Zukunft." Weiden brauche neue Gewerbegebiete, eine "Taskforce Gewerbe", interkommunales Denken und einen Wirtschaftsförderer vor Ort. "Unternehmer investieren dort, wo sie willkommen sind." Eine klare Ansage.
Das Rathaus als Dienstleister
Ein "Bauturbo" müsse folgen. Potenzial für mehrere hundert Einwohner sei vorhanden. "Wir müssen nur endlich in die Pötte kommen." Große Flächen entwickeln, sozialen Wohnungsbau stärken. "Ich werde alles in Bewegung setzen." Das Rathaus definierte er neu: "kein Verwaltungsapparat, sondern Dienstleister." Mitarbeiter bräuchten Rückendeckung und klare Führung. Entscheidungen müssten getroffen und nicht hin und her geschickt werden. Er wäre ein Oberbürgermeister, der von früh bis spät für seine Bürgerinnen und Bürger da sei, sagte er.
Auch Kultur, Sport und Bildung seien Zukunftsfaktoren. "Wer nur in Beton investiert, aber nicht in Köpfe, baut keine Zukunft." Schulen modernisieren, Ehrenamt stärken. Zum Thema Rettung des Keramikmuseums: "Wir sind Oberzentrum. Wir können nicht alles zusperren. Dann könnten wir gleich Weiden zusperren." Ein ehrlicher Kassensturz sei nötig. Man müsse Prioritäten setzen, Fördermittel nutzen. Seine Kontakte nach München und Berlin wolle er aktiv einbringen.
Seit Jahren sei er jetzt schon in den Ortsteilen unterwegs. Die Kandidaten hätten jetzt zur Kommunalwahl 18.000 Haushalte besucht. "Politik ist Mannschaftssport." Weiden dürfe nicht leise bleiben. "Bleibt alles beim Alten oder nehmen wir die Zukunft in die Hand?", fragte er. Zum Abschluss warb Lothar Höher für den Kandidaten: "Er tut, was er sagt." Mit Zeitler an der Spitze komme Weiden wieder nach vorne. Voraussetzung sei allerdings eine stabile Mehrheit im Stadtrat.















CDU ,CSU ,SPD + Linke sind unser Untergang
Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.