Weiden in der Oberpfalz
24.06.2018 - 11:48 Uhr

Polizei öffnet Wohnungstüre mit Ramme

Zu einem recht heftigen Einsatz rückte die Polizei am Samstagabend in die Brenner-Schäffer-Straße aus. Zwei Passantinnen hatten mitgeteilt, dass aus einer Wohnung sehr lautes Geschrei zu hören war.

Symbolbild Stephan Jansen/ dpa
Symbolbild

(jak) Ihrem Eindruck nach handelte es sich um einen Streit zwischen einer Frau und einem Mann. Nach einem hörbaren „Schlag“ wäre die Frauenstimme nicht mehr zu hören gewesen.

Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, hörte auch die erste Streife vor Ort sehr lautes Schreien in der Wohnung eines amtsbekannten 40-Jährigen. Auf das Klingeln der Beamten sei nur eine aggressive Ansage durch die Haussprechanlage erfolgt. Deshalb ließen sich die Beamten von Nachbarn die Haustüre öffnen. "Auch an der Wohnungstüre selbst kam als Antwort auf Ansprache durch die verschlossene Türe nur heftiges Geschrei, ein Öffnen wurde trotz fortgesetztem guten Zuredens vehement verweigert", heißt es im Polizeibericht. Außerdem sei wiederholt von innen heftig mit einer Metallstange gegen die Türe geschlagen worden.

Pfefferspray zur Überwältigung

Die Beamten forderten eine weitere Streife sowie eine Ramme an und öffneten nach mehrfacher Ankündigung gewaltsam die Wohnungstür. Im Wohnzimmer trafen die Beamten auf den 40-Jährigen, neben sich eine rund 50 Zentimeter lange, massive Eisenstange. "Da er sich auch weiterhin aggressiv zeigte und den Aufforderungen der Polizisten keine Folge leistete, wurde er unter Einsatz von Pfefferspray überwältigt und anschließend gefesselt", schreibt die Polizei.

Die Wohnung wurde abgesucht, weitere Personen wurden nicht gefunden. "Der 40-jährige, der sich ungebrochen aggressiv benahm und sich heftig wehrte, wurde zunächst ins Klinikum Weiden verbracht, wo er allerdings die Behandlung wegen der Wirkungen des Pfeffersprays verweigerte", so der Polizeibericht.

Wegen seiner offensichtlichen psychischen Erkrankung sei der Mann ins Bezirksklinikum Wöllershof eingeliefert worden. Bis zur Übergabe an das Klinikpersonal habe er die Rettungskräfte und Polizisten mit wüsten Beschimpfungen und Beleidigungen überzogen. Ihn erwartet nun unter anderem ein Strafverfahren wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte. Die beschädigte Türe wurde von der Feuerwehr Weiden provisorisch repariert und verschlossen.

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