03.11.2019 - 12:48 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Polizei Weiden: "Elterntaxis" gefährden Schulkinder

Sicher zur Schule, sicher nach Hause: Nach den Herbstferien sollten Kraftfahrer wieder verstärkt auf Kinder achten. Die Polizeiinspektion Weiden zieht ein Fazit zur Sicherheit am Schulweg. Und sie berichtet von einigen Ärgernissen.

Manchmal ist es nicht einfach, die Straße zu überqueren. Autofahrer sollten auf Schulkinder nun wieder besondere Rücksicht nehmen.
von Redaktion ONETZProfil

Das neue Schuljahr bedeutete für die Polizeiinspektion Weiden wieder, Verkehrsüberwachungen vorzunehmen. Während der ersten drei Schulwochen waren morgens wieder mehrere Polizeibeamte an den Weidener Grundschulen im Einsatz, um die Schulwege zu beobachten. Das Fazit ist durchaus positiv. Die Verkehrsteilnehmer sollen sich vorbildlich und rücksichtsvoll gegenüber den „Abc-Schützen“ verhalten haben.

Ein großes Ärgernis hingegen: Viele Eltern setzen ihre Kinder direkt vor den Schulen ab. „Am meisten gefährden Eltern die Kinder am Schulweg. Durch das ,Elterntaxi’ wird der Verkehr unübersichtlich, und es kommt zu einer unnötigen Pulkbildung“, erklärt Polizeihauptkommissar und Verkehrssachbearbeiter Johann Wurm auf Anfrage von Oberpfalz-Medien. „Dabei ist meist den Kindern der Schulweg zu Fuß zumutbar.“ Diese Gefahrensituationen seien vermeidbar, wenn Eltern ihren Kindern mehr Vertrauen entgegenbringen und Eigenverantwortung vermitteln würden.

Sowohl die Kindergärten und die Grundschulen als auch die Polizei kümmern sich um die Verkehrserziehung, welche die Kinder auf ihren Schulweg vorbereitet. „Das sind dann zum Beispiel Unterrichtsstunden über den Straßenverkehr oder Elternabende, an denen wir über Gefahrenstellen aufklären“, beschreibt Wurm das Programm. Die Polizei wird nach seinen Worten weiterhin die Schulwegüberwachung übernehmen: „Schon eine Streife kann nur durch ihre Präsenz für mehr Sicherheit sorgen.“

Andere Möglichkeiten sind Geschwindigkeitskontrollen. Dass diese auch weiterhin notwendig seien, würden letzte Messungen in Schirmitz zeigen. Dort nimmt die die Polizei seit Schulanfang nahe des Kindergartens und der Grundschule Messungen vor. Bei erlaubtem Tempo 30 wurde laut Polizeibericht an einem Messtag jeder fünfte Verkehrsteilnehmer wegen zu hohen Tempos beanstandet.

Verkehrshelfer an den Schulen:

Polizei bittet um Mithilfe

Für die Sicherheit am Schulweg bildet die Polizeiinspektion Weiden Verkehrshelfer aus. Das seien engagierte Eltern, die einen ehrenamtlichen Dienst am Schulweg leisten und so vor allem bei den Kindern für Sicherheit sorgen. Ausgerüstet mit Warnkleidung und Kelle, helfen sie der Polizei, den Schulweg sicherer zu machen. Johann Wurm, Verkehrssachbearbeiter der Polizeiinspektion, merkt an: „Die leisten wirkliche gute Arbeit.“

Zurzeit sind an den Weidener Grundschulen 16 Verkehrshelfer eingesetzt. 8 davon an der Hans-Schelter-Schule, 6 an der Hammerweg-Schule. Zudem sind 8 an der Grundschule in Schirmitz tätig. Das Augustinus-Gymnasium hat in Aussicht gestellt, 6 Jugendliche als Schülerlotsen einzusetzen. Ihre Ausbildung sollen sie jetzt nach den Herbstferien erhalten.

Der Verkehrserzieher der Polizei, Polizeihauptmeister Thomas Hörl, wünscht sich, an allen Grundschulen in Weiden die Helfer einsetzen zu können. Interessierte Eltern sollen sich an ihre Schule oder an Hörl (Telefon 0961/4010) wenden, der für die Ausbildung und Betreuung der Schulweghelfer zuständig ist.

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.