08.08.2019 - 14:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Praktikum im Ausland: Miriam Hierold in finnischer Bibliothek

"Auslandsaufenthalte stärken den europäischen Gedanken", ist sich Oberbürgermeister Kurt Seggewiß sicher. Passend dazu fordert die Stadt Weiden Auszubildende auf, Förderprogramme zu nutzen und ihr Praktikum in anderen Ländern zu verbringen.

Miriam Hierold (vorne) verbrachte vier Wochen in der Bibliothek der finnischen Stadt Espoo.
von Redaktion ONETZProfil

"Sie müssen aber schon selbst aktiv werden", betont Carolin Schaumberger aus der Personalabteilung der Stadt Weiden. Miriam Hierold, die in der Regionalbibliothek Weiden zur Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste ausgebildet wird, hat dies gemacht. Sie verbrachte vier Wochen in der Bibliothek der finnischen Stadt Espoo. "Am Anfang meines ersten Ausbildungsjahres bin ich an der Berufsschule auf die Möglichkeit eines Auslandspraktikums hingewiesen worden. Als man sich letzten November eintragen konnte, habe ich das gemacht." Auch durch die Initiative ihrer Chefin Sabine Guhl, die die Regionalbibliothek leitet, ging es plötzlich ganz schnell. Bereits im Frühjahr diesen Jahres konnte die 20-Jährige nach Finnland aufbrechen.

"Skandinavien hat mich schon immer fasziniert.", erklärt sie. Außerdem sind die Bibliotheken dort weiter entwickelt und innovativer. "Fast jeder hat in Skandinavien einen Bibliotheksausweis. Der freie Zugang zu Bildung wird hochgehalten", ergänzt Guhl. So haben die Büchersammlungen oft längere Öffnungszeiten und mehr Zweigbibliotheken. Ein Bücherbus erreicht entlegenere Gegenden. Hierold half während ihres Praktikums auch im "Makerspace" mit. Hier haben Kunden die Möglichkeit kostenlos Maschinen wie einen 3D-Drucker oder eine T-Shirt-Bedruckmaschine zu nutzen. In Deutschland gibt es nur wenige Bibliotheken mit solchen Angeboten. Nach ihrem Aufenthalt befindet sich die Auszubildende im regen Austausch mit ihrer Chefin, um herauszufinden, was auch in Weiden möglich sein könnte. Sogenannte "Bee Bots", mit denen Kinder spielerisch programmieren lernen können, gibt es bereits. In Konsolenspiele wird ebenfalls investiert.

Ein Auslandspraktikum "möchte sich nicht jeder Arbeitgeber leisten", bedauert Carolin Schaumberger. Das Fehlen einer Arbeitskraft und das weitere Auszahlen des Ausbildungsentgelts können nicht alle in Kauf nehmen. Hierolds Chefin Guhl war es dies aber wert. Sie ist sich sicher, dass sich die Auszubildende noch in 40 Jahren an den Aufenthalt erinnern wird. Die Kosten für die Zeit in Finnland musste die junge Frau nicht selbst tragen. Wohnung und Flug konnte sie durch den Beitrag ihres Förderprogrammes "Erasmus +" abdecken. Das Förderprogramm der EU übernimmt bei solchen Praktika je nach Ort und Dauer des Aufenthalts einen betimmten Prozentsatz der Kosten. Finnisch musste Hierold nicht lernen. Sie kam in den vier Wochen auf Englisch und Deutsch durch.

Trotzdem ist Miriam Hierold erst die vierte Auzubildende bei der Stadt, die während der Amtsperiode von Oberbürgermeister Seggewiß ein Auslandspraktikum gemacht hat. Er appeliert deshalb an junge Menschen die Initiative zu ergreifen und neue Kulturen kennenzulernen. Insbesondere stolz ist er auf den Freiwilligenaustausch mit der Partnerstadt Issy-Les-Moulineaux. Carolin Schaumberger verweist auch auf Austauschprogramme der Hochschule für den öffentlichen Dienst in Hof.

Für die Auszubildende Hierold war der Aufenthalt in Finnland ein voller Erfolg. Regionalbibliotheksleiterin Guhl sagt:" Oberster Vorsatz ist es schlauer aus einer Bibliothek herauszugehen als davor." Aus der Bibliothek von Espoo ist Miriam Hierold das definitiv.

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