28.04.2021 - 10:07 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Prozess in Weiden: Nach gefährlicher Körperverletzung noch Falschaussage

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Nach dem Erbendorfer Bürgerfest morgens um drei Uhr suchten drei Männer Gelegenheit, ihre Wut auszulassen. Ein Pärchen fiel den Männern dann zum Opfer. Nun standen ein 21- und ein 24-Jähriger in Weiden vor Gericht.

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand.
von Autor RNSProfil

Drei Männer pöbelten nach dem Erbendorfer Bürgerfest morgens um 3 Uhr eine junge Frau an. Als ihr Begleiter die Männer zurecht wies und sie aufforderte, die Frau in Ruhe zu lassen, bekam dieser unvermittelt ihre Fäuste zu spüren. Einer schlug den 24-Jährigen mit der Faust ins Gesicht, ein anderer schlug ihm einen mitgeführten Bierkrug über den Kopf. Der Dritte nahm ihn in den „Schwitzkasten“ und rammte seinen Kopf gegen die Scheibe eines geparkten Autos so dass diese zersprang. Der Autobesitzer hat bis heute seinen Schaden noch nicht ersetzt bekommen. Die drei Männer schlugen und traten gemeinsam auf den am Boden liegenden Begleiter ein.

Das Ganze hatte sich im Juli 2018 ereignet. Durch diverse prozessuale Hindernisse und zuletzt durch Corona zogen sich die Ermittlungen bis jetzt hin und es kam am Dienstag nun zu einer Verhandlung in Weiden. Außer der gefährlichen Körperverletzung und der Sachbeschädigung legte Staatsanwältin Jaclyn Zäch den Angeklagten Falschaussage zur Last.

Als im März 2019 ein Prozess gegen einen der drei Täter vor dem Jugendschöffengericht in Tirschenreuth stattfand und sie selbst noch nicht als Täter bekannt waren, machten der jetzt 21-Jährige und der jetzt 24-Jährige, die nun in Weiden vor Gericht standen, bewusst und absichtlich falsche Aussagen, um ihren Komplizen zu entlasten.

Nach vierstündiger Verhandlung mit Anhörung zahlreicher Zeugen plädierte nun in Weiden Staatsanwältin Zäch auf ein Jahr und zehn Monate Freiheitsstrafe für den 21-Jährigen und ein Jahr und sechs Monate für den 24-Jährigen, der über seinen Anwalt Christoph Johannsen (Nürnberg) alles gestanden hatte. Die Strafen könnten zur Bewährung ausgesetzt werden. Rechtsanwalt Ralf Peisl (Nürnberg) forderte Freispruch für den Jüngeren. Seinem Mandanten habe, außer einem einzigen Schlag, den er selbst zugegeben hatte, nichts nachgewiesen werden können. Zeugen, wie etwa ein 20-jähriger Nordoberpfälzer, hätten „Unsinn“ erzählt. Mitnichten habe sich die Anklage bestätigt, wie Staatsanwältin Zäch vorgetragen hatte, so Peisl.

Richterin Janina Leinhäupl und die Schöffen verurteilten den älteren Angeklagten zu 16 Monaten auf Bewährung. Der Jüngere muss – noch nach Jugendrecht verurteilt – für eine Woche in Dauerarrest. Er habe nur am Anfang mitgemacht, stellte Leinhäupl fest. Zusätzlich müssen die beiden sozial gut eingeordnet lebenden Verurteilten 1500 beziehungsweise 1000 Euro an das BRK Tirschenreuth spenden.

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