10.05.2021 - 10:39 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Prozess:28-Jähriger soll Freundin gewürgt und geschlagen haben

Der Angeklagte vor Gericht in Weiden beteuerte, seine Freundin niemals geschlagen und gewürgt zu haben. Deren Aussage stifteten nur Verwirrung. Klarheit brachten dann Handyfotos der Mutter der Geschädigten.

Eine Bronzestatue der Justitia steht in Frankfurt am Main.
von Autor RNSProfil

Er hatte seine Freundin im November 2019, im Januar 2020 und im März 2020 gewürgt, ins Gesicht geschlagen und mit der Faust gegen den Unterkiefer geboxt, so dass die junge Frau starke Schmerzen, Schwellungen und Hämatome erlitten hatte. Gegen den Strafbefehl über 75 mal 50 Euro legte der 28-Jährige mit Hilfe von Rechtsanwalt Gerd Michler Widerspruch ein.

„Niemals“ habe er eine Frau geschlagen, beteuerte der Arbeitslose. Vielleicht hätten andere sie misshandelt, er jedoch nicht. Einige Verwirrung brachten die Aussagen der Geschädigten in die Verhandlung vor dem Amtsgericht. Ihre Schilderungen zu den Tatzeitpunkten waren unglücklich. Zudem konnte sie nur schwerlich erklären, warum sie sich drei Monate nach dem letzten Vorfall noch in der Wohnung des Angeklagten aufgehalten hatte. Damals war sie dort von der Polizei angetroffen worden, als diese eine Wohnungsdurchsuchung wegen eines Betrugsfalls durchführte.

Nachdem jedoch die Mutter der 30-Jährigen auf ihrem Smartphone die Verletzungen dokumentiert hatte und diese, samt den zugehörigen Datumsangaben, dem Gericht präsentieren konnte, riet Richter Hubert Windisch dem Angeklagten und seinem Verteidiger, den Einspruch auf die Höhe des Tagessatzes zu beschränken. Nach einigem Überlegen entschloss sich der Ledige dazu und betonte, dass er jetzt Hartz-IV- Bezieher und völlig überschuldet sei und demnächst die Privatinsolvenz einreichen werde.

Angesichts dieser sehr beschränkten Finanzsituation beantragte Staatsanwaltschafts-Gruppenleiter Dr. Marco Heß die Tagessatzhöhe auf zehn Euro zu senken. Nebenklagevertreterin Monika Sehmsdorf und Rechtsanwalt Michler schlossen sich dem Plädoyer Heß' an. Richter Windisch urteilte auf 75 mal 10 Euro und betonte, dass die Aussagen des Opfers und deren Mutter ein „abgerundetes Bild“ ergeben hätten und er daher von der Schuld des Mannes überzeugt sei.

Viel Geld erhofften sich wohl ein Lkw-Fahrer und ein Weidener Werkstattbesitzer von einem Unfall

Weiden in der Oberpfalz

 

 

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