21.09.2021 - 18:38 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Meinung: Der Querdenker-Mord von Idar-Oberstein kommt nicht überraschend

In Idar-Oberstein muss ein Mensch sterben, weil er auf die Einhaltung der Regeln hinweist. Der Mord schockiert, aber überraschend kommt er nicht, kommentiert Wolfgang Würth.

In dem Tankstellengebäude hat ein mutmaßlicher Querdenker einen Menschen erschossen.
von Wolfgang Würth Kontakt Profil
Kommentar

Weil er einen Querdenker auf die Maskenpflicht hingewiesen hat, musste ein 20-jähriger Tankstellenmitarbeiter in Idar-Oberstein sterben. Der Schuss in den Kopf des Mannes schockiert. Aber man muss auch sagen: Überraschend kommt die Bluttat nicht.

Beobachter melden schon länger, dass sich die Szene radikalisiert. Natürlich spielen Soziale Medien und "alternative" Nachrichtenkanäle dabei eine Rolle. Keine Meldung kann falsch, keine Meinung absurd genug sein, als dass sie via "Telegramm" nicht Bestätigung und Zustimmung erhält. Je irrer und abwegiger die Thesen, desto mehr Aufmerksamkeit gibt es dafür. In diesem Klima ist es eine Frage der Zeit, bis ein labiler Geist das Gerede vom "nötigen Widerstand" und der Notwehr gegen die "Merkel-Diktatur" ernst nimmt.

Diese Entwicklung hat nicht erst mit der Pandemie begonnen. Die Esoterik-Szene hat sich früher von der realen Welt verabschiedet. Was Wissenschaft und Aufklärung erarbeitet haben, Erkenntnisse auf denen unser Wohlstand beruht, will diese Szene nicht gelten lassen.

Lange konnte das Klientel dieses Spiel unbehelligt treiben. Wer sich etwa der Erkenntnisse der Schulmedizin entzog, galt als spleenig, nicht aber als Gefahr. Es stimmt natürlich: Nicht jeder Esoteriker ist ein potenzieller Mörder. Aber es stimmt eben auch: Es gibt eine Verbindung von solch irrationalen Weltsicht zu einem irrationalen Mord wie dem von Idar-Oberstein.

Kassier erschossen - Verdächtiger lehnte Maskenpflicht

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Marcus Kunert

Schmarrn!

22.09.2021