10.02.2019 - 11:24 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Im Rathaus geht der Platz aus

Da muss ein Fachbüro ran. Es muss Büroraum in Neuen Rathaus schaffen, denn enger zusammenrücken geht nicht mehr. Ein "Externer" wird das ganze Haus auf den Kopf stellen, um Defizite zu finden und das 40-jährige Haus zukunftsfähig machen.

Ein besonderes Licht fällt derzeit auf das Neue Rathaus: Die Entwicklung hat das Raumkonzept aus den 70er Jahren überholt. Es fehlen massiv Büroarbeitsplätze.
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Der Bau- und Planungsausschuss muss sich nun am Mittwoch mit der drängenden Enge im Rathaus beschäftigen. Das Gremium soll, so der Vorschlag von Bau- und Planungsdezernent Oliver Seidel, einen externen Planer beauftragen, der das Büroraumkonzept für das Neue Rathaus erarbeitet. Es eilt: Vom Amt für Personal und Organisation gibt es nämlich eine Art Brandbrief. Aufgrund der Überlegung seien weder optimale Arbeitsbedingungen noch zum Teil die Einhaltung arbeitsplatzrechtlicher und datenschutzrechtlicher Vorschriften zu gewährleisten.

Zur Ausgangslage: Das mehrflügelige Gebäude war ursprünglich für 220 Büroarbeitsplätze konzipiert. Aktuell sind etwa 250 Arbeitsplätze eingerichtet. Möglich wurde dies etwa durch Maßnahmen wie die Verlagerung von Registraturen in den Keller, Auflösen von Besprechungsräumen und der Umbau der Hausmeisterwohnung (Umweltamt). Trotzdem besteht immer noch eine Überlegung von rund 15 Büroarbeitsplätzen. Für Anwärter, Auszubildende oder Praktikanten gibt es darüber hinaus gar keine Plätze.

Schon 2018 wurden alle Ämter aufgefordert, ihren mittelfristigen Raumbedarf zu melden. Es fehlen 43 Arbeitsplätze. Bei der beabsichtigten Rückführung des Verkehrsüberwachungsdienstes und der Zentralen Bußgeldstelle ins Rathaus ergibt sich ein mittelfristiger Mehrbedarf von 63 Arbeitsplätzen. Eine langfristige Prognose ist unmöglich: Allein in den vergangenen 5 Jahren stieg die nötige Anzahl um 20 Plätze an. Sollte dieser Trend sich die nächsten zehn Jahren fortsetzen, müssten mindestens 15 bis 20 weitere Arbeitsplätze als Reserve eingeplant werden.

Etwas Luft verspricht man sich im Rathaus mit der Umsetzung des Sozialbürgerhauses: Das neu geschaffene Dezernat 5 "Familie und Soziales" soll in das Gebäude der Bundesagentur für Arbeit verlagert werden. Die aktuellen Planungen sehen vor, dass dort bereits im Frühjahr 2019 etwa 13 Arbeitsplätze eingerichtet werden können. Der Umzug des restlichen Dezernates ist für das Jahr 2020 geplant. Insgesamt werden so etwa 50 Arbeitsplätze in Neuen Rathaus frei.

Diese Raumkapazität im Backsteingebäude in den Naabwiesen ist neu zu beplanen. Sie bietet die einmalige Chance, das Raumkonzept im Neuen Rathaus aus den 70er Jahren den modernen Gegebenheiten und Notwendigkeiten anzupassen.

Ab in den Keller

Insbesondere sollen dabei folgende Aspekte in die künftige Raumplanung einfließen: Ausweisung bürgerfreundlicher Wartebereiche, Umsetzung eines Bürgerbüros, direkte Anbindung des Umweltamtes ans Neue Rathaus, Rückführung der Abteilung Verkehrsüberwachungsdienst und der Zentralen Bußgeldstelle, zentrale Besprechungsräume und Druckzimmer, Schaffung eines Sozialraumes sowie eines oberirdisch liegenden Schulungsraumes.

Trotz des Auszuges des Dezernates 5 sind Überlegungen, einen weiteren Gebäudeflügel zu errichten, um die nötigen Räume bereitstellen zu können, nicht vom Tisch. Für diese umfassende Neukonzeption bedarf es einer professionellen externen Unterstützung, schreibt die Bauverwaltung im Vorlagebericht. Die nötigen Mittel, 50 000 Euro waren 2018 bereitgestellt, wurden aber nicht abgerufen. Sie sollen in den Nachtragshaushalt eingestellt werden.

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