20.09.2018 - 15:12 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Region hat es selbst in der Hand

Beim Empfang zum 175-jährigen Jubiläum der IHK Regensburg in Weiden wurde mehr in die Zukunft als in die Vergangenheit geschaut. Ein Wirtschaftsleitbild soll die künftige Richtung vorgeben.

Empfang anlässlich des 175-jährigen Jubiläums der IHK Regensburg beim IHK-Gremium in Weiden. Im Vordergrund die Ehrengäste darunter IHK-Präsident Michael Matt und IHK Hauptgeschäftsführer Jürgen Helmes (Zweiter und Dritter von rechts)
von Siegfried BühnerProfil

„Die nördliche Oberpfalz neigt nicht gerade zur Selbstüberschätzung, doch wir sind besser als wir glauben“. Diese Einschätzung formulierte Bernd Fürbringer, Vorsitzender des IHK-Gremiums Nordoberpfalz gleich zu Beginn seiner Ansprache. Aus Anlass des 175-jährigen Jubiläums der IHK Regensburg für Oberpfalz/Kelheim waren mehr als Hundert Gäste aus Politik, Wirtschaft und anderen Organisationen zum Empfang in die IHK-Geschäftsstelle in Weiden gekommen.

Als Ehrengast begrüßte Fürbringer den neuen IHK-Präsidenten Michael Matt. Dann formulierte er eine Standortbestimmung für die nördliche Oberpfalz einschließlich der daraus resultierenden Konsequenzen. „Sind wir uns eigentlich in Anbetracht der Rekordzahlen bei den Beschäftigten, dem Bruttoinlandsprodukt und der stetig sinkenden Arbeitslosigkeit unserer großen Leistung bewusst?“, fragte Fürbringer dabei selbstkritisch. Die Antwort gab er indirekt und forderte dazu auf „groß zu denken“. Dazu gehört für den Gremiumsvorsitzenden auch, dass sich alle drei Gebietskörperschaften als Einheit begreifen. Nur so hätten diese in der Konkurrenz der Regionen genügend Gewicht. Es müsse die Schnittmenge der gemeinsamen Interessen verfolgt werden.

Wichtige Themen gibt es dabei für Fürbringer genug. Unter anderem nannte er Fachkräfte, Demographie, Digitalisierung, Gleichwertigkeit beruflicher und akademischer Bildung und junge Menschen in der Region halten. Das Know-how der Älteren müsse auf die Jungen übertragen werden. Auch sei die Wirtschaft „wirklich kein Flächenfresser“. Um die Arbeit an diesen Themen zu unterstützen werde derzeit unter dem Dach des IHK-Gremiums an einem Wirtschaftsleitbild gearbeitet. Es soll weniger Standortmarketing, sondern eher Strukturbild sein. Mehrere Unternehmer arbeiten an dem Leitbild, das bis zum Jahresende fertiggestellt sein soll.

Auch IHK-Präsident Matt lobte den wirtschaftlichen Aufschwung der nördlichen Oberpfalz. Unter Hinweis auf das Jubiläum erinnerte er daran, dass vor 175 Jahren Kaufleute und Fabrikbesitzer es geschafft hätten von König Ludwig I. die Erlaubnis zur Gründung einer Handelskammer zu erhalten. Schon damals sei es um Schutzzölle und Freihandel gegangen. Auch heute sei die IHK wieder als Fürsprecher für den freien Handel gefordert. Als wichtige weitere aktuelle Themen nannte Matt die digitale Transformation, die Hebung von Potenzialen in Anbetracht des Fachkräftemangels sowie Verkehr und Mobilität. Um attraktiv zu sein, müssten sich auch die Kommunen modern aufstellen.

Mit einer kurzen Podiumsdiskussion wurde die Feierstunde abgeschlossen. Gremiumsvorsitzender Fürbringer als Vertreter der Kassecker GmbH, Nathalie Bartelmeh von der Volante GmbH, Thomas Franz von der C3-Marketing-Agentur und Robert Wiedemann von der IHK Akademie berichteten aus der Sicht ihrer Unternehmen. Moderator war Michael Richthammer.

IHK-Gremiumsvorsitzender Bernd Fürbringer (links) bedankt sich bei IHK-Präsident Michael Matt für dessen Referat.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.