03.01.2020 - 18:06 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Regionale Töne vom Landestheater

Xanadu, Linie 1, Rocky Horror Show, Footloose, Fame oder zuletzt Cabaret - das Musiktheater des Landestheaters Oberpfalz ist legendär. Und mit ihm grandiose Stimmen, die im Gedächtnis der Theaterfans bleiben. Die Sängerinnen und Sänger haben im Theater-Chor "RegionaLTOn" jetzt ihren festen Platz.

Mitreißender Gesang aus den Kulissen: Viele Theaterfans werden erstmals beim Erfolgsmusical „Cabaret“ in der Vohenstraußer Stadthalle auf den neuen Landestheater-Chor „RegionaLTOn“ aufmerksam.
von Tobias Schwarzmeier Kontakt Profil

Seit der Landestheater-Gründung arbeiten projektbezogen LTO-Eigengewächse – darunter heutige Profi-Sänger wie Markus Engelstädter oder Annika Fischer – als "Vocal Coaches". Zumeist neben ihren Rollen in den jeweiligen Musical-Produktionen in Vohenstrauß und Weiden oder den Volksstücken bei den Burgfestspielen Leuchtenberg. Auch externe Gesangslehrer bringen sich von Zeit zu Zeit ein. Ein eigener, nachhaltig arbeitender Theaterchor aber fehlt dem LTO lange.

"RegionaLTOn" trifft ins Schwarze

Schon mehrfach gibt es Anläufe, einen solchen Chor zu etablieren. Unter der neuen Leiterin, Tamara-Raphaela Hirschmann, läuft nun der erfolgversprechendste so richtig an. Der Theaterchor "RegionaLTOn" ist dabei in die Struktur des LTO eingebunden und hat bereits dem Volksstück "Kohlhiesels Töchter" und dem Musical "Cabaret" klangliche Fülle und eine neue musikalische Komponente gegeben.

Die frühen Anfänge im Oktober 2017 klingen vertraut. "Wir haben mit 13 Leuten begonnen, damals noch unter dem Gesichtspunkt Gesangsunterricht", erzählt Chorleiterin Hirschmann. Doch etwas ist dieses Mal anders. Die Gesangspädagogin findet es eher unüblich, so vielen Menschen gleichzeitig Gesangsunterricht zu geben. Daher kommt bereits in der Anfangsphase der Arbeit mit den Sängern der Gedanke, einen Theaterchor zu gründen. "Und im darauf folgenden Dezember hatten wir bereits unseren ersten Auftritt bei der Weihnachtsfeier der Sparkasse Neustadt/WN", freut sich Hirschmann.

Seitdem ist viel passiert: Der Chor wird in der abgelaufenen Spielzeit in Leuchtenberg und beim Kulturherbst in Vohenstrauß bei mehreren Produktionen eingebaut. Und lernt dabei, was der Einsatz im Theater für ein Gesangsensemble über das Singen hinaus bedeutet: Zu den wöchentlichen Gesangseinheiten kommen szenische Proben dazu. Und der Chor lernt den Trubel der – besonders bei aufwendigen Produktionen – naturgemäß stressigen Endprobenwoche kennen. Doch die Sänger bestehen mit sichtlicher Freude daran ihre Feuertaufen glänzend.

"Oftmals hatten wir auch Zeitdruck und sollten in wenigen Wochen einen oder mehrere Auftritte vorbereiten - bisher hat das aber immer alles ganz wunderbar geklappt", beschreibt Hirschmann den kreativen Prozess. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, wie ihnen der belohnende Extra-Applaus des Publikums etwa bei den "Cabaret"-Aufführungen bestätigt. Für die Leiterin ein entscheidender Grund für den Erfolg und die schnelle Integration in die Abläufe des Landestheaters: Der Theaterchor zeichnet sich durch den Zusammenhalt der Choristen aus. "Es ist wirklich eine Freude, mit ihnen zu arbeiten. Das gute Klima entschärft so manche Stresssituation."

Männermangel beheben

Aber es gibt auch etwas, was der Chorleiterin mit Blick auf kommende Produktionen wie das Singspiel "Im Weißen Rössl" im Festspielsommer unter den Nägeln brennt: "Ich drücke es mal so aus: Neue Männer braucht das Land. Obwohl wir uns auch über weibliche Stimmen - vor allem über Alt- und Sopranstimmen - freuen, ist es schon so, dass wir besonders männliche Unterstützung brauchen können. Tenöre und Bässe werden dringend gesucht."

Ausschlusskriterien zum Mitmachen gibt es keine, man sollte Spaß am gemeinsamen Singen und keine Scheu vor Auftritten und der Arbeit mit den Darstellern haben. Erfahrung ist laut der Chorleiterin natürlich immer gut, aber kein Muss. Auch das Alter spielt keine Rolle. "Momentan ist alles von zwanzig bis Mitte fünfzig dabei."

Auf die Frage, ob es auch Lieder und Szenen gibt, bei denen der Chor an seine Grenzen stoßen und sie ablehnen würde, antwortet Hirschmann mit Augenzwinkern: "Bisher haben wir noch nichts ausgeschlossen – man wächst bekanntlich mit seinen Aufgaben. Und man lernt, dass vieles machbar ist, was man zuerst für unmöglich gehalten hat." Wie zum Beispiel einen festen Theaterchor am LTO zu etablieren.

Einfach mitsingen beim „RegionaLTOn“:

Tamara-Raphaela Hirschmann ist ausgebildete Gesangspädagogin und Sängerin und achtet daher besonders auch auf die Stimmgesundheit ihrer Sänger. Jede Chorprobe beginnt mit Aufwärmen, Einsing- und Atemübungen. Wer Interesse hat, beim „RegionaLTOn“ mitzumachen: Die Chorproben finden einmal wöchentlich (außer in den Ferien und an Feiertagen) am Mittwoch von 19 bis 20.30 Uhr in der Wittmannhalle in Vohenstrauß (Lagerhausstraße 2) statt.

Infos und Anmeldung unter: www.landestheater-oberpfalz.de/ueber-uns/chor/

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