19.07.2021 - 17:42 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Rewe-Discounter für Weidener Rehbühl auf dem Areal der Binner-Gärtnerei

Diesen Artikel lesen Sie mit
Alle Informationen zu OnetzPlus

Für den Gutachter sind die Verkehrsprobleme lösbar. Doch Skepsis bleibt bei den Weidener Stadträten. Dennoch starten sie das Genehmigungsverfahren für einen Lebensmittelmarkt auf dem Areal der Gärtnerei Binner an der Tachauer Straße.

Blick in die Binner-Gärtnerei. Hier, an der Tachauer Straße gegenüber dem Fachzentrum Knorr, will Rewe einen neuen Lebensmittel-Discounter errichten. Nur ein Stadtrat stimmte gegen die Einleitung eines Verfahens für einen vorhabenbezogenen Bebauungsplanes.
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Für die Stadträte im Bau- und Planungsausschuss überwiegen die Vorteile der Ansiedlung für die Nahversorgung der Bürger in den Stadtteilen Rehbühl und Weiden-West. Hildegard Ziegler (SPD) macht aber auch deutlich, dass dies der wohl letzte große Lebensmittelmarkt sei, der in der Stadt genehmigt werden könne. Auf der Fläche der Binner-Gärtnerei sei auch anderes Gewerbe denkbar. Es gebe Begehrlichkeiten um derart große Flächen.

Die SPD-Fraktion stehe zu den Rewe-Plänen, obwohl man eine bedenkliche Entwicklung sehe. Es müsse geklärt werden, ob in Weiden noch zusätzliche Discounter gewollt seien. Dazu kündigt Bau- und Planungsdezernent Oliver Seidel an, dass bei der Ausschreibung des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) der Einzelhandel besondere Aufmerksamkeit erhalten werde.

Konkurrenz belebt das Geschäft

Stefan Rank (Bürgerliste) und Gerald Bolleininger (SPD) meinen, dass die Bürger in den beiden Stadtteilen das zusätzliche Angebot "verdient" hätten. "Konkurrenz belebt das Geschäft", betont der Genosse. Rank verweist auf die vielen Senioren in den beiden gewachsenen Stadtteilen, deren Wege zu einem Discounter sich deutlich verkürzten.

Die von Hans-Jürgen Gmeiner (CSU) aufgeworfene Frage, dass durch die zusätzliche Flächenversiegelung das Kanalnetz überfordert werden könne, lässt Rank nicht gelten. Schon bisher sei das Gärtnerei-Gelände stark versiegelt. Der neue Markt erhalte ein Gründach, das viel Regenwasser speichern könne.

Bestehenden Markt erhalten

Sorgen gibt es allenfalls über den Fortbestand des bereits an der Moosloh-/Peuerlstraße bestehenden Marktes. Stephan Gollwitzer (CSU) teilt "mit 3500 Bürgern im Vorderen Rehbühl" die Befürchtung, dass der Rewe-Markt in der Peuerlstraße abgezogen werden könnte. "Ein Markt ersetzt den anderen", verweist Hans Sperrer (CSU) auf das riesige Angebot an Discountern in Weiden. "Wir haben schon genug davon."

Bereits zu Beginn der Diskussion kündigte Sperrer an, dass er weiter gegen diesen Markt stimmen werde. Schon in der Nachbarschaft der Binner-Gärtnerei bestehe ein Norma-Markt. "Für mich erschließt sich die Notwendigkeit nicht. Ich prophezeie, kommt der eine Markt, geht der andere."

Erschließung sichern

Bei der Stadt Weiden liegt bisher nur die mündliche Zusage vor, dass der Rewe-Markt an der Moosloh-/Peuerlstraße weiter Bestand hat. Dies soll nun durch eine schriftliche Vereinbarung festgeschrieben werden. Unnötig, so unterstreicht Sperrer, schaffe die Stadt mit der Neu-Ansiedlung Verkehrsprobleme und Ärger in der Tachauer Straße.

Mit einer Optimierung der Ampelsteuerung und einer zusätzlichen Fahrspur im Knoten Joseph-Haas-/Pressather Straße könne der Verkehr zum neuen Lebensmittelmarkt sowie über die weiteren Knoten Joseph-Haas-/Tachauer-Straße und Christian-Seltmann-Straße geführt werden, sagt der Verkehrsgutachter. Im weiteren Verfahren werde es Auskunft und Klarheit über die Verkehrsentwicklung geben, deutet Baudezernent Oliver Seidel an. Und er sagt deutlich: "Ist die Erschließung nicht gegeben, gibt's keine Genehmigung."

Gutachter sieht Verkehrsprobleme gelöst

Weiden in der Oberpfalz
Hintergrund:

Discounter mit 2100 Quadratmetern Verkaufsfläche

  • Gärtnerei Binner rund 8000 Quadratmeter zwischen Tachauer- und Christian-Seltmann-Straße/B470 bis zur Autobahn-Auffahrt Weiden-West.
  • Rewe-Neubau. Lebensmittelmarkt mit einer Geschossfläche von rund 3270 Quadratmetern samt 133 Stellplätzen. Verkaufsfläche etwa 2100 Quadratmeter inklusive Windfang und Backshop/Café.
  • Schutz der Nachbarschaft. Zwei Meter hohe Lärmschutzwand im Osten. Beschränkungen der nächtlichen Nutzung (kein Anlieferverkehr). Asphaltierte Fahrgassen auf dem Parkplatz.

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.