„Ist unsere Rente noch zu retten?“. Zu diesem, viele Bürger bewegenden Thema, hatte Vorsitzender Josef Lingl vom SPD-Ortsverein Hammerweg die Rentenexpertin Brigitte Scharf aus Erbendorf eingeladen. Die 61-jährige Kreisrätin war von 2008 bis 2013 schon einmal im Bezirkstag vertreten und kandidiert bei den Wahlen am Wochenende erneut für den Bezirkstag.
Eingangs berichtete Lingl vom bedauerlichen Austritt eines Mitglieds . Dadurch sinkt die Mitgliederzahl des Ortsvereins auf unter 40. Der Genosse hatte geschrieben, dass er sich durch die „Groko“ nicht vertreten fühle. Viele Mitglieder teilten, so Lingl, dessen Ansicht, dass die SPD die Rentner verraten habe. 48 Prozent der Rentner seien mittlerweile „arm“. Schon unter Bundeskanzler Helmut Kohl sei die Rente angegangen worden. Seither seien „Versager am Werk“. Zahlreiche Klagen über das Gesundheitssystem und soziale Ungerechtigkeit seien überall zu hören. Auch unter den Anwesenden im Nebenzimmer des Café Hägler war zu hören, dass viele nach 45 Arbeitsjahren nur eine Mini- Rente bekämen.
Mit interessanten Fakten wartete Scharf auf, die seit mehreren Jahrzehnten in der Rentenberatung tätig ist. Auch sie beklagte, dass das Rentenniveau von 60 Prozent auf zurzeit 48,1 Prozent abgesenkt worden sei. Etwa 1250 Euro seien dies zurzeit. Um diese 48,1 Prozent des letzten Bruttogehalts zu bekommen, müsse man 45 Jahre gearbeitet haben und stets den durchschnittlichen Bruttolohn verdient haben. Und hier liege die Crux. In unserem Gebiet sei lange Zeit nicht - und werde auch heute noch nicht - das durchschnittliche Bruttoentgelt aller Deutschen verdient worden. Nur wenn man 1980 fast 30.000 DM, 1990 42.000 DM und heute 38.000 Euro pro Jahr verdient habe, erhalte man für jedes Jahr einen ganzen Rentenpunkt. 32,03 Euro sei dieser aktuell wert. Die Rentenexpertin riet, sorgfältig zu prüfen, ob sich früherer Eintritt ins Rentenalter rentiere. Unter Berücksichtigung der Besteuerung und anderer Aspekte könne manchmal, auch angesichts von Abzügen, mehr Geld netto herauskommen. Scharf kritisierte den langwierigen Streit um die Rentenpunkte für Kindererziehungszeiten, bei dem die letztendlichen Einsparungen für den Staat nicht berücksichtigt wurden. Auch sollte bedacht werden, dass jeder Vierte die Rente nicht erlebt.














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