15.03.2019 - 12:02 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Ring frei: "Aerial Hoop" im Selbstversuch

Um schwerelos durch die Luft zu turnen und dabei elegant zu bleiben, werden eine ganze Menge Muskeln gefordert. Das lernen die Teilnehmerinnen des "Aerial Hoop"-Kurses an der Volkshochschule schnell. Die ersten Figuren können sich rasch sehen lassen.

von Maria Oberleitner Kontakt Profil

Es ist Samstag, 10 Uhr. Acht Frauen stehen vor vier Reifen, die von der Decke hängen. Luftakrobatik ist angesagt. "Glaubt mir, ihr werdet noch dankbar sein, dass ihr euch immer zu zweit einen Reifen teilen könnt und zwischendrin eine Verschnaufpause habt", kündigt Carina Obermeier an. Sie wird die Teilnehmerinnen in den nächsten zweieinhalb Stunden anleiten. Zum zweiten Mal ist sie in Weiden, um in die Kunst eines außergewöhnlichen Sportgerätes einzuweihen. "Zumindest außerhalb der Zirkusschulen ist 'Aerial Hoop'' relativ neu in der deutschen Sportlandschaft", sagt die 39-Jährige. Sie ist nicht nur Fitness- und Personal Trainerin, sondern auch Ernährungscoach und leitet ihr eigenes Tanzstudio in Regensburg. An der Volkshochschule unterrichtet sie außerdem regelmäßig Frauen im Pole- und Chairdance.

Schnelle erste Erfolge

Es kann losgehen. Angst vor der Höhe braucht vorerst niemand zu haben. Für die ersten Übungen hängen die Hoops, die ungefähr einen Meter Durchmesser haben, auf Hüfthöhe von der Decke. Das Aufsteigen ist kein Problem - noch nicht. Auf dem Trainingsplan stehen zum Beispiel der "Stack Seat", bei dem man mit überschlagenen Beinen im Reifen lehnt, "Birdie" - wie ein Vogel auf dem Reifen fliegen - oder der "Man in the Moon", bei man mit angewinkelten Füßen und den Zehen am Reifeninneren durch den Saal schwebt.

"Feel beautiful", ermutigt die Trainerin die Kursteilnehmerinnen immer wieder. "Eleganz, Körperspannung, Beine strecken. Kommt schon, Ladies." Spannung bis in die Zehenspitzen ist gefragt. Im Spiegel können sich die Resultate wirklich sehen lassen. "Das ist das Tolle am Hoop: Die ersten Erfolge stellen sich schnell ein.", sagt Carina Obermeier, korrigiert hier und da die Beinhaltung oder den Gesichtsausdruck. "Und lächeln." Unangestrengt soll es natürlich auch aussehen. Langsame Bewegungen und totale Körperspannung trainieren vor allem Arme, Schultern, Rücken, Bauch, Po und Beine, erklärt sie. "Nach einer Routine von einer Minute kommt man leicht ins Schnaufen." Das anstrengende ist die Dauer der Muskelanspannung, das isometrische Training, die Position zu halten. Das sportliche Niveau steigt mit der Höhe der Reifen. Nun hängt Obermeier sie auf Brusthöhe. Es ist einiger Kraftaufwand nötig, um den Aufstieg zu meistern. Nach ein paar Anläufen sitzen alle in luftiger Höhe. Nun können die Turnerinnen sich kopfüber baumeln lassen oder eine Rolle in der Luft wagen. Den Reifen müssen sie jetzt mit der Kniekehle greifen und festhalten. Auch wenn das wehtut.

Wie auf dem Spielplatz

Apropos Schmerzen - bereits nach der ersten Stunde sind die Hände rot, an den Ballen aufgerieben. Auch Kniekehlen und Armmuskeln machen sich langsam bemerkbar. Nach dem Training Blasen an den Händen zu haben sei keine Seltenheit, erklärt die Trainerin. Doch es lohne sich: "Im Hoop zu sein, fühlt sich für mich ein bisschen an wie zurück in der Kindheit - Schaukeln auf dem Spielplatz und Turnen an der Reckstange - es macht einfach Spaß." Als sie vor zehn Jahren angefangen hat, an der Stange zu tanzen, begann sie auch mit dem Training am Ring. "Dann habe ich eine lange Pause gemacht und vor einem Jahr mit intensiverem Training begonnen", erinnert sich Obermeier. Die Trendsportart hat Potenzial, findet sie. "Der Hoop vereint tänzerische Elemente mit Eleganz und Akrobatik, man trainiert Kraft, Balance und Koordination."

Für die letzte dreiviertel Stunde lässt Obermeier die Ringe wieder etwas gen Boden. Die anstrengenden Aufschwünge fallen weg und es wird an der Choreographie gefeilt. Die 37-Jährige Valentina ist begeistert. "Zum ersten Mal habe ich solche Akrobatik in der Luft in dem Musicalfilm "Greatest Showman" gesehen - und ich wusste sofort: Das möchte ich ausprobieren." Pole- und Chairdance hat sie auch schon getestet. "Aber das heute, das war der Hammer." Sie möchte unbedingt dranbleiben am Tanz durch, in und mit dem Ring.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.