07.07.2020 - 12:09 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

"Rosini Schuhe & Mode" in Weiden schließt

Die Weidener Altstadt muss demnächst einen weiteren Leerstand verkraften. Zum 31. August sperrt Karl Grötsch das Mode- und Schuhgeschäft „Rosini“ in der Schulgasse 9 zu. Die Coronakrise ist daran nicht ganz unschuldig.

Ende August schließt die Boutique „Rosini“ in der Schulgasse.
von Stephanie Hladik Kontakt Profil

Der Abschied fällt schwer. Für Karl Grötsch und seine Schwester Katrin ist jedoch jetzt der Zeitpunkt, aufzuhören. „Wir haben schon länger mit dem Gedanken gespielt. Doch das i-Tüpfelchen war letztlich Corona“, sagt Grötsch auf Anfrage von Oberpfalz-Medien.

Zu viel Ungewissheit

Das Virus ließ Modemessetermine ausfallen, die Umsätze der letzten Monate fehlen, außerdem müsste jetzt die Winterware geordert werden, obwohl die Sommerware noch nicht einmal abverkauft sei. Aber lohnt sich das noch, fragt sich der Geschäftsmann. Die Zukunft sei ungewiss. „Meine Schwester und ich haben uns die Entscheidung wahrlich nicht leicht gemacht.“

Der 48-Jährige liebt Mode, machte vor 32 Jahren eine Ausbildung zum Textilkaufmann. Die Familie Grötsch führte fast 44 Jahre lang bis 2012 Weidens erste Boutique „Jeunesse“ in der Schulgasse 9. Karl Grötsch startete 1999 mit einem Schuhgeschäft am Pfarrplatz. 2013 folgte der Umzug in die größeren Räume im elterlichen Haus in der Schulgasse. Gemeinsam mit seiner Schwester Katrin (46) erweiterte er das Angebot um Damenmode, Accessoires und Taschen.

Als der Verkauf in den vergangenen Jahren etwas schwächelte, setzten die Geschwister noch stärker auf eine individuelle Beratung und ein hochwertiges Sortiment. „Als kleine Boutique musst Du immer kämpfen. Aber das Internet ist ein starker Gegner“, sagt Grötsch. „Da haben die Leute einfach mehr Auswahl. Früher haben die Kunden das gekauft, was es im Laden gab.“ Da dachte er schon ans Aufhören.

Umzug in größere Räume

Kosten, aber kein Umsatz

Und dann kam Corona. Durch die wochenlange Schließung fehlten mit einem Mal die wichtigen Frühjahrsumsätze. „Doch Ware musst Du ja trotzdem ordern bzw. im Laden haben. Auf den Kosten bleibst Du sitzen. Glauben Sie ja nicht, dass einem die Lieferanten da entgegen kommen. Das machen sie vielleicht bei den größeren, aber nicht bei uns kleinen. Als wir wieder öffnen durften, fragten die Kunden nach Rabatten. Was sollen wir da am Ende noch verdienen?“ Wo man hinschaue, treffe die Krise die Selbstständigen im Einzelhandel hart. Grötsch vermutet, dass noch einige von Schließung bedroht sind.

Die Wochen bis zum 31. August nutzt Grötsch, um auch Abschied von den Kunden zu nehmen. „Da sind auch Freundschaften entstanden.“ Er hofft, dass der Leerstand in der Schulgasse nicht lange anhält. „Ein Makler sucht nach einem Nachfolger. Erste Interessenten waren schon da“, ist der 48-Jährige zuversichtlich. Und wie sieht seine eigene Zukunft aus? „Ich mache ganz was anderes, nichts mehr mit Mode“, sagt Grötsch bestimmt. Auch seine Schwester orientiere sich neu.

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