24.03.2021 - 17:24 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Saniertes Hallenbad und Dreifachturnhalle der Realschulen in Weiden warten auf Sportler

Die Sanierung von Hallenbad und Dreifachturnhalle der Weidener Realschulen ist abgeschlossen. Eine im Stadtrat viel diskutierte Maßnahme, die nach knapp zweieinhalb Jahren Bauzeit ein positives Ende findet.

von Stephanie Hladik Kontakt Profil

Es ist ein eher nüchterner Akt, mit dem Oberbürgermeister Jens Meyer im Beisein von Hochbauamt und Schulleitung am Mittwoch die sanierte Schwimmhalle und die Dreifachturnhalle der Realschulen offiziell in Betrieb nimmt. Im kleinen Kreis wird die Presse durchs Gebäude geführt. Die Corona-Pandemie verhindert eine große Einweihung. Dabei hat das Bauprojekt Aufmerksamkeit verdient. Zweieinhalb Jahre dauerte die Maßnahme, die im Vorfeld für Diskussionen im Stadtrat sorgte, da lange ein Abriss im Raum stand. Letztendlich fiel die Entscheidung zugunsten der Generalsanierung.

„Man war sich nie ganz einig, wo es hingehen soll. Aber am Ende haben wir es strikt durchgezogen.“ Für Meyer zählt das Ergebnis. Am 15. Februar sei die Abnahme der Sportstätte erfolgt, jetzt könne sie offiziell in Betrieb gehen.

Sport nur mit Hygiene-Plan

Teilweise ist sie das schon. Seit November 2020 wurden Zweidrittel der Dreifachturnhalle von den Realschulen für den Sportunterricht genutzt. Andere Schulen, Sportvereine, Wasserwacht und DLRG würden ebenfalls darauf warten, dass sie wieder rein dürfen, sagt Baudezernent Oliver Seidel. „Wenn sich alle an den Hygiene-Plan halten, sollte das kein Problem sein“, ergänzt Susanne Genser, Schulleiterin der Sophie-Scholl-Realschule. Zumindest für die Turnhalle. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Michael Meier von der Hans-Scholl-Realschule warte sie auch auf die Öffnung des Hallenbades. Angesichts der hohen Coronazahlen gebe es noch keine positiven Signale.

Die Sportler dürfen sich auf eine moderne Sportstätte freuen. Sämtliche Technik wurde auf den neuesten Stand gebracht, es gibt neue Sportgeräte, alle Bereiche sind barrierefrei. Fliesen und Wände folgen einem farbenfrohen Konzept, großzügige Umkleidekabinen und Duschräume bieten Platz, gedacht wurde auch an Schränke und Ablageflächen, die kleinere Kinder gut erreichen können, ebenso an ausreichend Wandhaartrockner und Steckdosen für mitgebrachte Föhne. In der Dusche genügt eine Handbewegung, dass ein Sensor Wasser fließen lässt. Alle 24 Stunden würden automatisch die Leitungen gespült, um Legionellen vorzubeugen, erklärt Ulrike Fütterer vom Hochbauamt der Stadt.

Sie hat die Sanierung federführend geplant und kennt jedes Detail. In der Dreifachturnhalle verweist sie auf den flächenelastischen Schwingboden, der auch für den Rollstuhlsport geeignet sei. Auf Knopfdruck trennen herabfahrende Wände die Halle in drei Einzelhallen, jede durch einen separaten Eingang zugänglich.

Eigenes Blockheizkraftwerk

Während oberirdisch alles top saniert ist, werkeln im Keller noch Handwerker. „Hier entsteht gerade ein Blockheizkraftwerk“, sagt Fütterer. Dabei handelt es sich um ein eigenständiges Bauprojekt der Stadtwerke. „Die Wärmeerzeugung war nicht Bestandteil der Gesamtsanierung“, erklärt Seidel. Im Moment werde Wärme durch eine provisorische Containeranlage erzeugt. Ist das Blockheizkraftwerk fertiggestellt, sollen damit die Realschulen, das Elly-Heuss-Gymnasium und das Rathaus mit Wärme versorgt werden. Auf lange Sicht, so Seidel, könnten auch die Max-Reger-Halle und die Arbeitsagentur davon profitieren. Die Baumaßnahme soll bis zum Sommer abgeschlossen sein.

Abgeschlossen ist auch die Endabrechnung. „Hier gelang uns eine ziemliche Punktlandung“, lobt der Baudezernent die planerische „Kompetenz im eigenen Haus“. Immerhin seien stellenweise bis zu 48 Gewerke auf der Baustelle zugange gewesen . Die Gesamtkosten für die Sanierung betragen 16,4 Millionen Euro und blieben damit unter den für einen Neubau geschätzten Kosten von 18,1 Millionen Euro. „Und das trotz einer Bauzeit von zwei Jahren, trotz einer Baukostensteigerung von knapp 5 Prozent, trotz Corona und trotz aller Unwägbarkeiten, die eine Sanierung oft in sich berge.“ Vom Bund gab es 3 Millionen Euro aus dem Zukunftsinvestitionsprogramm sowie 7,5 Millionen Euro aus der Landesförderung nach dem Finanzausgleichsgesetz .

Info:

Realschulsportstätten in Weiden

  • Im August 2018 startete das Amt für Hochbau und Gebäudemanagement der Stadt Weiden mit dem "Rückbau" von Realschul-Hallenbad und Sporthalle.
  • Februar 2021 offizielle Inbetriebnahme
  • Kosten: 16,4 Millionen Euro; davon werden 3 Millionen Euro aus Bundesmitteln gefördert und 7,5 Millionen Euro stammen vom Freistaat Bayern aus FAG-Mitteln (Finanzausgleichsgesetz)

 

 

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