05.08.2019 - 11:45 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Schicksal ankert in Weiden

So schnell kann es gehen. Zur bereits letzten Sonntagsserenade, bevor am Mittwoch die italienische Nacht die Saison beendet, begrüßte Gertrud Wittmann das Publikum.

von Autor gagProfil

Die Schicksalscombo mit der Weidener Künstlerin Kathrin Anna Stahl und dem vielseitigen Tenor und Schriftsteller Anton Leiss-Huber war vor Anker gegangen. Etwas verrückt, schräg und oft komisch brachten die sieben Männer und eine Frau alte deutsche Schlager vornehmlich aus den 20er und 30er Jahren, bayerische Volkslieder, Seemannslieder, Shanties, aber auch Brechtsches Liedgut, Chansons und Operettenstücke mit – mit viel Gezappel seitens der Musiker, mit Tanz und Rap des Sängers.

Eingebaut in eine halbwegs tragisch-schrille Geschichte vom Mädchen, das dem Falschen hinterher gereist ist und irgendwann doch den Richtigen findet. Wenn auch ohne "dieses blöde Verliebtsein". Sondern als tollen Partner, als Caterina-Valente- und Vico-Torriani-Double. "Im Hafen von Tadschmalabar" sang Stahl "Ein Schiff wird kommen", während Anton, der Tenor, den verschmähten Verliebten spielt und zugibt: "Es muss was wunderbares sein, von Dir geliebt zu werden". Auch wenn ihre Zahnspange doch etwas störend gewesen sei.

Die beiden reisen um die Welt, erfinden eine abstruse Geschichte nach der anderen. Etwa den Verkauf von Lederhosen an Asiaten oder das Leben in einem Bordell. Dazu spielte die Schicksalscombo alte Lieder mit Herz, die das Publikum mitsingen konnte. Vom der "Bar zum Krokodil am Nil" über "Seemann, lass das Träumen" bis zur Einsicht, dass "Ein Neandertaler" der Richtige für die Dame wäre. Einer der Höhepunkte war, als Anton Leiss-Huber das "O Sole Mio" anstimmte und dabei seine wunderbare Tenorstimme richtig zur Geltung kam. Fazit nach langer Reise: Zuhause ist es auch sehr schön. Also Heimkehr. "Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern" legte Anton nochmal nach, bevor sie alle ein schönes, kühles Helles wollten und in die bayerische Volksmusik wechselten, in bayrische Jodler, gepaart mit Elektronik, und in schöne Erinnerungen.

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