24.04.2019 - 14:03 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Schläger bekommt Bewährung

Mit neun Monaten auf Bewährung kam ein 26- Jähriger glimpflich davon. Der achtmal wegen gleicher oder ähnlicher Delikte Vorbestrafte hatte sich erst am zweiten Verhandlungstag dazu durchgerungen, die Tat zu gestehen.

Symbolbild.
von Autor RNSProfil

Am Tag vor Weihnachten war der seit längerem Krankgeschriebene von Cousins zuhause angerufen worden. Ein junger Mann würde die 17-jährige Schwester des Weideners „behelligen“. Tatsächlich hatte der Mann ihr „WhatsApp“-Nachrichten geschrieben. Nicht weit davon entfernt wohnend, eilte der Ledige sofort in das Fast-Food-Restaurant in der Dr.-Seeling-Straße und stellte den Beschuldigten zur Rede. Dann setzte es einen Faustschlag und einen Kopfstoß ins Gesicht. Einem Begleiter des Opfers drohte der Wüterich, sich nicht einzumischen. Sonst gebe es „ein Messer in den Hals“.

Staatsanwältin Carina Särve beantragte, den Angeklagten angesichts seiner Vorstrafen zu 19 Monaten ohne Bewährung zu verurteilen. Aus „nichtigem Grund“ habe er den Mann geschlagen, sei uneinsichtig und habe sich erst zu einem Geständnis hinreißen lassen, als die erhobenen Zeugenaussagen erdrückend gewesen waren. Da der Angeklagte ehemaliger Boxer sei, könne man von Glück sprechen, dass nicht mehr passiert sei. Rechtsanwalt Dr. Hans-Wolfgang Schnupfhagn betonte, dass die Verletzungen des Geschädigten nicht allzu schwerwiegend gewesen waren und die Bedrohung nicht ernstzunehmend gewesen sei. Da sechs von den acht Vorstrafen seines Mandanten in dessen Jugendzeit und damit „lange her“ gewesen waren, sehe er – im Gegensatz zu Staatsanwältin Särve – eine gute Sozialprognose.

Schnupfhagn beantragte 90 Tagessätze Geldstrafe. Richter Dennis Herzog verurteilte den notorischen Schläger zu neun Monaten auf Bewährung. Von der Auferlegung eines Geldbetrags sah Herzog ab, weil der Hartz-IV- Empfänger noch hohe Schulden hat. Er muss an einen Anderen, den er vor Jahren zusammengeschlagen hatte, noch 7400 Euro und an dessen Krankenkasse 2400 Euro zahlen. Stattdessen muss er als Bewährungsauflage 80 gemeinnützige Stunden bei der Stadt ableisten.

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