29.01.2019 - 11:48 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Schulübertritt: "Nicht nur auf Noten schauen"

Für zahlreiche Eltern und Kinder steht demnächst die Entscheidung an: Welche weiterführende Schule soll ich wählen?

Noten allein sind nicht ausschlaggebend für die Schulwahl, meint Schulpsychologin Manuela Beck. Die Eltern sollten sich bei dieser Entscheidung auch mit dem jeweiligen Klassenlehrer beraten.
von Jutta Porsche Kontakt Profil

Eine Frage, die wohl kein Elternteil auf die leichte Schulter nimmt. Und die auch manchen Viertklässler umtreibt. Oberpfalz-Medien befragten dazu Schulpsychologin Manuela Beck vom Kepler-Gymnasium in Weiden.

ONETZ: Woran können Eltern erkennen, für welche Schule ihr Nachwuchs am besten geeignet ist?

Manuela Beck: Sie sollten auf jeden Fall nicht nur auf Noten schauen, sondern das Kind ganzheitlich sehen. Wichtig ist hier das Wortgutachten des Lehrers, denn er kennt seine Schüler sehr gut. Deshalb sollten die Eltern auch den Kontakt zum Lehrer suchen und gemeinsam Stärken und Schwächen des Kindes erörtern. Auch die Beratungslehrer und Schulpsychologen an den Grundschulen helfen bei dieser Entscheidung sehr gut weiter.

ONETZ: Welche Schulart empfiehlt sich, wenn mein Kind im sprachlichen Bereich sehr gut ist oder aber in Mathematik?

Manuela Beck: Für die Viertklässler geht es noch gar nicht um die Ausbildungsrichtung, sondern erst einmal um die Schullaufbahn. Also um die Frage: Ist der Übertritt an eine Mittelschule, eine Realschule oder ein Gymnasium sinnvoll? Die Ausbildungsrichtungen beginnen - zumindest am Gymnasium - erst in der achten Klasse, vorher läuft alles parallel.

ONETZ: Viele Eltern tendieren zum Gymnasium, damit ihr Kind später studieren kann.

Manuela Beck: Wenn der Sprößling sich dafür eignet, ist das ja gut. Aber auf Biegen und Brechen macht das keinen Sinn. Ein Kind muss sich an seiner Schule auch wohlfühlen, es sollte nicht überfordert werden.

ONETZ: Woran erkennt man, dass der Nachwuchs überfordert ist?

Manuela Beck: So ein Schulwechsel bedeutet schon eine große Umstellung. Da muss man dem Sohn oder der Tochter auch Zeit lassen. Und wenn sie mal eine Fünf oder eine Sechs mit heimbringen, ist das kein Weltuntergang. Aber wenn es am laufenden Band schlechte Noten gibt, sollten die Eltern schon reagieren und gemeinsam mit den Lehrern überlegen, ob ein Wechsel der Schulart sinnvoll ist, zum Beispiel vom Gymnasium an die Realschule.

ONETZ: Ist es nicht schwierig, die Schule mehrfach zu wechseln?

Manuela Beck: Gerade unser Schulsystem in Bayern ist sehr durchlässig. Zeigt sich also, dass das Mädchen oder der Junge doch andere Interessen oder vielleicht auch mehr Potenzial hat als gedacht, ist ein erneuter Wechsel durchaus sinnvoll. Jede Übertrittsentscheidung muss ganz individuell getroffen werden, bezogen auf das jeweilige Kind.

Infos zum Übertritt an weiterführende Schulen

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