Es war ein Liederabend, der die Zuhörer berührte: ruhig, konzentriert und mit viel Gefühl für Text und Musik. Rund 600 Besucher erlebten am Freitagabend in der Max-Reger-Halle einen besonderen Beitrag der „Weidener Meisterkonzerte“-Reihe. Zu Gast war die Schweizer Sopranistin Regula Mühlemann, begleitet am Klavier von Tatiana Korsunskaya.
Mühlemann, 1986 in der Schweiz geboren, gehört längst zu den gefragten Stimmen auf den großen Konzert- und Opernbühnen Europas. Sie studierte bei Barbara Locher in Luzern. Erste Engagements führten sie an das Teatro La Fenice in Venedig und an das Opernhaus Zürich. Ihr Debüt bei den Salzburger Festspielen gab sie 2012 als Papagena in der Oper „Das Labyrinth“. Später kehrte sie dorthin zurück, etwa 2022 als Pamina in Mozarts „Zauberflöte“. Auch an Häusern wie der Wiener Staatsoper, der Mailänder Scala oder der Semperoper Dresden war sie zu hören. Dirigenten wie Sir Simon Rattle, Christian Thielemann oder Yannick Nézet-Séguin arbeiten regelmäßig mit ihr zusammen.
Deutsch-englisches Programm
In Weiden zeigte sie eine andere Seite ihres Könnens: den feinen, konzentrierten Liedgesang. Gemeinsam mit ihrer Begleiterin präsentierte sie ein deutsch-englisches Programm. Den Auftakt bildeten Lieder von Franz Schubert. „Viola“ nach einem Text von Franz von Schober erzählte fast wie eine kleine Oper von einem Veilchen, das zu früh aus dem Winterschlaf erwacht. Auch „Die Gebüsche“ nach Friedrich von Schlegel und das lebhafte Goethe-Lied „Der Musensohn“ zeigten die ganze Bandbreite der romantischen Liedkunst.
Es folgten fünf kurze Lieder von Richard Strauss. Diese waren kleine Naturbilder über Kornblumen, Mohnblumen oder Wasserrosen. Strauss war gerade einmal 20 Jahre alt, als er sie komponierte. Manches, so erklärten die Künstlerinnen, tauche später in seinen Opern wieder auf, etwa im „Rosenkavalier“.
Einfühlsame Klavierbegleitung
Mit Werken des amerikanischen Komponisten Dominick Argento führte das Programm in die englische Renaissance. Texte von Thomas Nashe, Samuel Daniel und William Shakespeare bildeten die Grundlage der sechs Lieder. Den Abschluss bildeten Lieder von Frank Bridge nach Gedichten von James Joyce, Padraic Colum und Digby Goddard-Fenwick.
Mühlemanns Stimme mit ihrem warmen, klaren Klang und die einfühlsame Klavierbegleitung von Tatiana Korsunskaya schufen eine dichte Atmosphäre im Saal. Korsunskaya wurde am Tschaikowsky-Konservatorium in Moskau ausgebildet und setzte ihr Studium später in Basel fort. Sie ist eine erfahrene Solistin und Kammermusikerin. Im Jahr 2000 gewann sie den ersten Preis beim Internationalen Wettbewerb „Franz Schubert und die Musik der Moderne“ in Graz. Heute lehrt sie in Luzern und Bern.
Das Konzert fand am Wochenende des Weltfrauentags statt. Darauf wies auch die Vorsitzende Andrea Trottmann-Zahner hin und schickte „ein großes Herz an alle Frauen“. Am Ende gab es langen, herzlichen Applaus. Der Bayerische Rundfunk zeichnete den Abend auf. BR-Klassik strahlt das Konzert am 11. April aus.













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