11.01.2019 - 11:56 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Selbsthilfegruppe besteht nur ein Jahr

Im Februar 2018 war das erste offizielle Treffen der Selbsthilfegruppe für Histaminintoleranz. Im Februar 2019 wird das letzte sein. Nach nur einem Jahr Bestehen löst sich die Gruppe wieder auf.

"Für einen allein ist die Arbeit zu viel", stellt Marion Häupl fest und löst die Selbsthilfegruppe für Histaminintoleranz deswegen wieder auf.
von Jutta Porsche Kontakt Profil

Der Grund dafür? Marion Häupl - sie hat die Selbsthilfegruppe damals ins Leben gerufen - kann die Arbeit alleine nicht weiter stemmen. "Es gibt sehr viele Aufgaben zu erledigen", erklärt die 27-Jährige. "Aber damit stand ich allein da."

Eine zweite Betroffene, die an der Gründung beteiligt war und ihr Unterstützung zugesagt habe, sei letztlich nur drei bis vier Mal bei den Treffen gewesen, habe aber keine Aufgaben übernommen. Die übrigen Teilnehmer hätten zwar Forderungen gestellt, ihr bei der Umsetzung aber auch nicht unter die Arme gegriffen.

Gefragt war der Erfahrungsaustausch unter Betroffenen durchaus. 20 bis 25 Personen sind laut Häupl zu den ersten Treffen gekommen. "Zuletzt waren wir noch ein harter Kern von 10 bis 15 Personen." Doch jemand, der die Leitung übernehmen und die Gruppe fortführen wolle, habe sich leider nicht gefunden, bedauert die 27-Jährige. Dabei gibt es für den Mann oder die Frau an der Spitze einiges zu tun, räumt sie ein. Zum Beispiel: einen Förderantrag einreichen, die Fördergelder von den Krankenkassen verwalten, ein Konto einrichten und verwalten oder den Verwendungsnachweis für die Gelder im Jahr 2018 erstellen. Dazu müssten die komplizierten Regelungen der neuen Datenschutzgrundverordnung beachtet werden. All das blieb an Marion Häupl hängen.

Die Medizintechnik-Ingenieurin ist aber vielseitig interessiert und hat im vergangenen Jahr noch einige neue Hobbys begonnen. "Ich habe angefangen mit Klavierspiel, Tennis, Tanz und Yoga." Dazu kommt aktuell noch eine Ausbildung als Helfer vor Ort, für die sie an acht bis zehn Wochenenden Unterricht erhalten wird. Den Arbeitsaufwand für die Selbsthilfegruppe kann sie da nicht mehr stemmen.

Sie selbst sieht die Entwicklung mit einem lachenden und einem weinenden Auge. "Es ist schon schade, dass die Selbsthilfegruppe nicht fortgeführt werden kann. Aber ich habe so viele neue Interessen, die mir Spaß machen und die mich ausfüllen." Zwei Treffen will die 27-Jährige für die Selbsthilfegruppe noch durchführen. Am heutigen Samstag und am Samstag, 9. Februar. Dann zieht sie den Schlussstrich - genau ein Jahr nach dem ersten offiziellen Treffen im Februar 2018.

"Wer will, kann dann noch Adressen austauschen, um privat Kontakt zu halten." Noch besser wäre es natürlich, es würde sich ein neuer Leiter oder eine neue Leiterin finden. Aber das scheint ja leider nicht in Sicht zu sein.

Nur wenige wissenschaftliche Daten:

Histaminintoleranz

Wenn der Körper nicht in der Lage ist, Histamin vollständig abzubauen, spricht man von Histaminintoleranz. Zu diesem Krankheitsbild gibt es bisher nur wenige wissenschaftliche Daten. Betroffene würden deshalb häufig nicht ernst genommen oder gar als Hypochonder abgestempelt, bedauerte Marion Häupl bei einem ersten Gespräch mit Oberpfalz-Medien vor Gründung der Selbsthilfegruppe. Für sie war das auch ein Grund, vergangenes Jahr die Selbsthilfegruppe ins Leben zu rufen.

Besonders kritisch zu betrachten seien geräucherte Fleisch-, Fisch- und Wurstwaren, da sie viel Histamin enthielten. Die Symptome seien vielfältig und könnten von Magen-Darm-Problemen über Atembeschwerden bis zu Kreislaufproblemen reichen. Die Medizintechnik-Ingenieurin hat ihre Ernährung deshalb vor sieben Jahren komplett umgestellt und kocht alles selbst, wobei bei ihr nur frische Lebensmittel in den Topf kommen.

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