31.03.2019 - 10:25 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Simultankirchen-Radweg wird möbliert

Kirchenprojekt startet im Herbst Phase 3: Infotafeln, Hinweisschilder, Tische und Bänke werden auf den 10 Rundtouren aufgestellt. Förderverein will Spiritualität erfahrbar machen.

Von 1652 bis ins Jahr 1900 diente St. Michael in Weiden als Simultankirche für Katholiken und Protestanten. Mit dem Bau von St. Josef schufen sich die Katholiken dann an eigenes Gotteshaus.
von Jutta Porsche Kontakt Profil

Das Projekt Simultankirchen-Radweg geht in die dritte Phase. Die Eröffnung erfolgte bereits 2015. Eine Firma hat die 10 Routen bei einer Befahrung überprüft. Im kommenden Herbst beginnt nun die Beschilderung.

Pfarrer Konrad Schornbaum aus Eschenfelden informierte im Kulturbeirat über den aktuellen Stand der Planungen. "Die Simultankirchen in der Oberpfalz sind beinahe deutschlandweit ein Alleinstellungsmerkmal", betonte der Vorsitzende des Fördervereins für den Simultankirchen-Radweg eingangs. "Sie sind ein Merkmal für die religiöse Toleranz in der Oberpfalz."

50 dieser Kirchen, die von evangelischen und katholischen Christen gemeinsam genutzt wurden, habe es dank Pfalzgraf Christian August von Sulzbach ab 1652 in der Oberpfalz gegeben. Neun davon dienen bis heute als Simultankirchen. Alle anderen werden nur noch von einer Religionsgemeinschaft genutzt, während die andere aus Platzgründen ein eigenes Gotteshaus errichtet hat.

Ziel des Simultankirchen-Radwegs sei es nicht nur, Spiritualität erfahrbar zu machen. "Wir wollen den Menschen auch Gastfreundschaft, Gastronomie und Geschichte der Oberpfalz nahe bringen." Weiden liegt an der Route 6, die unter anderem über Mallersricht, Parkstein, Altenstadt, Neustadt, Störnstein und Edeldorf zurück nach Weiden führt.

Was derzeit noch fehlt, ist die Beschilderung, erklärte Pfarrer Schornbaum. Diese soll mit der Kirchenprojektphase 3 ab Herbst erfolgen. Vorgesehen sind Richtungswegweiser sowie eine große Infotafel für jede Kirche. "Wir bieten auch ein Möblierungspaket für jede Route an." Dazu zählen Tisch, Bank und Fahrradständer, damit die Radler auch mal Pause machen können.

Der Förderverein denkt zudem an die Ausbildung von Gästeführern für den Simultankirchen-Radweg. "Wir hoffen außerdem auf eine Viertel Personalstelle für die nächsten zwei Jahre", sagte Schornbaum. Diese sei nötig für Projektmanagement und Vernetzung. Der letzte Zuschuss der Stadt Weiden zum Simultankirchen-Radweg betrug nach Angaben von Petra Vorsatz, Leiterin des Amts für Kultur, Stadtgeschichte und Tourismus, 1500 Euro.

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