30.06.2020 - 08:37 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

So entsteht der Himmel in Flammen über Weiden

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Was war da denn los? Am Sonntagabend verfärbte sich eine mächtige Wolkenfront über Weiden und im Landkreis Neustadt/WN glühend rot. Oberpfalz-Medien Wetterexperte Andy Neumaier erklärt, was es mit dem brennenden Himmel auf sich hat.

"Sieht schick aus, ist aber nur ein Abendrot", Wetterexperte Andy Neumaier erklärte die Hintergründe des Naturschauspiels.
von Kathrin Moch Kontakt Profil

"Fast apokalyptisch", wirkte der rote Abendhimmel am Sonntag für Petra König aus der Nähe von Neunkirchen. Dem aufmerksamen Beobachter dürfte es nicht entgangen sein: Glühend rot verfärbte sich eine Wolkenfront am Sonntagabend über Weiden und dem Landkreis Neustadt/WN. Doch Oberpfalz-Medien Wetterexperte Andy Neumaier erklärt: "Sieht schick aus, ist aber nur ein Abendrot." Wettertechnisch sei das Schauspiel kaum interessant. Trotzdem wirkte die rot angestrahlte Wolkenfront, die besonders tief zu hängen schien, für viele beeindruckend. Aus dem ganzen Landkreis erreichten die Redaktion Bilder: aus Parkstein, Wiesendorf, Luhe-Wildenau.

Hier gibt's Bilder aus dem ganzen Landkreis

Sogar über Weiden hinweg bis zum Landkreis Amberg-Sulzbach hatte sich das Schauspiel gezogen, auch aus Ehenfeld bei Hirschau kamen Bilder. "Man könnte meinen, dass über Ehenfeld der Himmel brennt", beschreibt Sibylle ihre Eindrücke.

Wie entsteht ein Abendrot?

Die Färbung des Abend- oder Morgenrots entsteht durch einen einfachen Mechanismus: Wenn das Sonnenlicht durch die Atmosphäre auf die Erde scheint, werden die einzelnen Lichtstrahlen an den Gas-, Staub- und Wasserteilchen in der Atmosphäre gestreut. Dabei spaltet sich das weiße Licht in seine Bestandteile – die Regenbogenfarben – auf. Rötliches Licht wird besonders flach abgelenkt und gelangt deshalb zu unserem Auge.

Auch die blauen und grünen Bestandteile des Lichts sind vorhanden, werden aber in andere Richtungen abgelenkt. Wenn der Himmel sich komplett rot verfärbt, ist zudem meist noch eine besondere Konstellation gegeben: Am Horizont, wo die Sonne steht, ist der Himmel klar und wolkenfrei. Gleichzeitig stehen zwischen Beobachter und Sonne irgendwo Wolken – mit Staub und Wassertröpfchen in der Luft – an denen die Lichtstrahlen noch einmal gestreut werden. Das Ergebnis ist ein "brennender Himmel", wie er am Sonntag zu beobachten war.

Ein Wetterbeobachter aus Störnstein erzählt

Störnstein

"Abendrot = Schönwetter-Bot"?

Im Volksmund sehr verbreitet ist der Glaube, dass es sich bei einem Abendrot um einen Schönwetter-Boten handele. Wetterexperte Andy Neumaier bringt Licht ins Dunkel: "Der Spruch ist eher Blödsinn. Das Abendrot ist vor allem eine optische Erscheinung, die nur bedingt mit dem Wetter zu tun hat." Das bestätigte sich jedem, der am Montag einen Blick aus dem Fenster wagte: Vom brennenden Himmel war nichts mehr übrig, stattdessen hatten sich graue Regenwolken über Weiden breit gemacht.

Hier geht's zur Wettervorhersage von Andy Neumaier

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