Weiden in der Oberpfalz
04.10.2026 - 18:00 Uhr

Sonne kann Kauflaune bei Michaelimarkt in Weiden nicht anheizen

Beim Michaelimarkt herrscht reges Treiben. Die Besucher genießen den Bummel. Doch bei den Händlern ist die Stimmung gemischt: Man beobachtet, dass die Menschen zwar flanieren, aber immer seltener kaufen.

Der Michaelimarkt ist gut besucht. Bei den Händlern ist die Stimmung gemischt: Man beobachtet, dass die Menschen zwar flanieren, aber immer seltener kaufen. Bild: Helmut Kunz
Der Michaelimarkt ist gut besucht. Bei den Händlern ist die Stimmung gemischt: Man beobachtet, dass die Menschen zwar flanieren, aber immer seltener kaufen.

Tolles Wetter, angenehme Temperaturen und das typische Angebot: Der Michaelimarkt hat am Sonntag zahlreiche Menschen in die Weidener Innenstadt gelockt. Zwischen Oberem und Unterem Markt reihten sich die Marktstände aneinander. Vom Gurkenhobel bis zum Hosenträger, vom Plastikspielzeug bis zum Wollpullover war vieles dabei, was man auf einem traditionellen Markt erwartet.

Doch zwischen dem gemütlichen Schlendern und dem tatsächlichen Einkauf klafft inzwischen eine Lücke. Christine Bauer aus Weiden kennt den Grund aus eigener Erfahrung. „Essen und Trinken läuft. Das geht immer. Aber sonst?“ Die Händlerin verkauft Perlenblumengestecke und ist mit ihrem Stand regelmäßig auf Märkten unterwegs. Die steigenden Spritpreise und die allgemeine finanzielle Belastung der Menschen machten sich deutlich bemerkbar. „Die Leute können sich einen Marktbesuch nicht mehr leisten“, sagt sie. Das spüre man überall. In Weiden ebenso wie in Tännesberg oder anderswo. „Man darf sich nicht wundern, wenn die Marktbuden immer weniger werden.“

Auch die Besucher sehen den Michaelimarkt mit gemischten Gefühlen. Joseph Kreutzer sieht den Markt grundsätzlich als wichtigen Anziehungspunkt für die Stadt. „Man könnte aber schon etwas mehr draus machen“, findet er. Die Stände wirkten teilweise angestaubt, das Angebot sei nicht mehr zeitgemäß. Er spricht von Flohmarktcharakter. Das Wetter jedenfalls sei ideal für einen Stadtbummel. „Zum Schlendern okay. Aber sonst?“ Kaufen wolle er an diesem Tag kaum etwas. „Vielleicht ein paar Wintersocken“, sagt er lachend.

Neue Akzente setzte die Burg Falkenberg, die erstmals mit einem Stand in Weiden vertreten war. Burgführer Werner Schönfelder wollte vor allem auf das breite Angebot aufmerksam machen. Die Burg werde in Weiden zwar wahrgenommen, vielen sei aber nicht bewusst, was dort alles geboten werde: von Führungen jeden Sonntag über kulturelle Veranstaltungen bis hin zu Übernachtungsmöglichkeiten.

Reinhold Wildenauer sieht den Markt dagegen positiv. „Wichtig ist das Wetter. Ansonsten ist das Angebot breit gestreut. Kommt gut an bei den Leuten.“ So zeigte sich beim Michaelimarkt ein bekanntes Bild: Die Innenstadt war belebt, die Menschen nutzten das sonnige Wetter zum Bummeln und Schauen. Ob die positive Besucherresonanz allerdings auch bei den Händlern ankam, bleibt dahingestellt.

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