11.09.2019 - 10:14 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Sozialarbeit an Schulen unverzichtbar

Bei der Einführung der Jugendsozialarbeit an Schulen vor 10 Jahren gab es einige Widerstände. Mittlerweile sind alle Beteiligten davon überzeugt, dass dieses Angebot unverzichtbar ist.

Der Startschuss für die Schulsozialarbeit fiel in Weiden 1997 an der Max-Reger-Schule. Erst 2009 legte der Freistaat Bayern ein Förderprogramm auf, das ähnliche Ziele verfolgt.
von Jutta Porsche Kontakt Profil

Deutlich wurde das in der Sitzung des Ausschusses für Jugendhilfe und soziale Fragen am Dienstag. Als zuständige Fachkraft des Dezernats 5 - Familie und Soziales - zeigte Evi Fink Aufgabenbereiche und Erfolge der Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS) auf. Sie konnte dabei auch auf eigene Erfahrungen zurückgreifen, denn sie selbst war einst als Schulsozialarbeiterin tätig.

Mit diesen Kräften, angestellt vom Jugendamt und eingesetzt an problembehafteten Schulen vor Ort, war die Stadt Weiden 1997 ihrer Zeit voraus. Erst 2009, also 12 Jahre später, startete der Freistaat Bayern das Förderprogramm Jugendsozialarbeit an Schulen, mit dessen Hilfe die Stadt das Netz an Weidener Schulen weiter ausbauen konnte. Inzwischen betreuen 10 Sozialarbeiter sämtliche Grundschulen - mit Ausnahme der Clausnitzerschule -, die Max-Reger- und Pestalozzi-Mittelschule, die Stötznerschule zur individuellen Lernförderung und die Europa-Berufsschule. An der Berufsschule wird zum Jahresanfang 2020 in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Neustadt/WN ein weiterer Sozialarbeiter angesiedelt (Oberpfalz-Medien berichteten).

Eine Voraussetzung für die Aufnahme ins Förderprogramm ist laut Evi Fink, dass mindestens 20 Prozent der Schüler einen Migrationshintergrund haben müssen. Deshalb seien in Weiden die Realschulen, Gymnasien und auch die Wirtschaftsschule von der Förderung ausgenommen. Dabei - so waren sich alle im Gremium einig - wäre eine derartige Fachkraft an jeder Schule sinnvoll. Ziel ist neben der Beratung und Unterstützung von sozial benachteiligten Jugendlichen auch die Zusammenarbeit mit Schulleitung, Lehrkräften, Eltern und die Krisenintervention.

"Es war ein weiser Beschluss des Stadtrats, diese Stellen einzuführen", betonte Bürgermeister Lothar Höher als Sitzungsleiter. "Probleme, die wir an der Wurzel lösen, kommen später erst gar nicht auf." Sozialarbeit an Schulen "ist heute unverzichtbar", sagte Stadtrat Reinhold Wildenauer (Bürgerliste), wenngleich er angesichts der Ursachen ein "leider" hinzufügte. Frühzeitige Hilfestellung sei ausgesprochen wichtig, erklärten auch die Stadträte Florian Graf, Josef Gebhardt (beide SPD) und Hans-Jürgen Gmeiner (CSU). Seine Kollegin Stefanie Sperrer bedauerte deshalb ausdrücklich, dass die Staatsregierung die Fördergelder für das 2020 neu startende Programm Jugendsozialarbeit nicht erhöhen wird. Mit einer Regelförderung von 16360 Euro pro Vollzeitstelle müssen die Kommunen weiterhin den Großteil der Kosten für die Sozialarbeiter tragen.

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