Welches Institut ist dem Volumen nach am größten?
Eine Sparkasse für die gesamte Nordoberpfalz: Durch die Fusion der Sparkasse Oberpfalz Nord mit den Vereinigten Sparkassen Eschenbach-Neustadt-Vohenstrauß wächst ein Institut mit einer Bilanzsumme von rund 3,6 Milliarden Euro heran. Damit rückt das neue Haus auf Platz vier der größten Banken im Regierungsbezirk vor.
Das größte Kreditinstitut der Oberpfalz sitzt jedoch in Regensburg. Die Liga-Bank weist eine Bilanzsumme von mehr als 6,3 Milliarden Euro aus. In der breiten Öffentlichkeit ist sie dennoch weniger bekannt. Die Genossenschaftsbank ging 1917 laut dem Historischen Lexikon Bayern aus einer Selbsthilfeorganisation katholischer Landpfarrer hervor. Bis heute versteht sie sich als Standesbank für Diözesen, Pfarrgemeinden und kirchliche Einrichtungen.
Auf Rang zwei folgt die Sparkasse Regensburg mit einer Bilanzsumme von über 5,1 Milliarden Euro. Die Bank zählt zu den ältesten Sparkassen in Bayern und feierte 2022 ihr 200-jähriges Bestehen. Den dritten Platz auf dem Treppchen sichert sich die Volksbank Raiffeisenbank Nordoberpfalz mit Sitz in Weiden (4,5 Milliarden Euro). Ursprünglich als gewerbliche Genossenschaftsbank gestartet, gehört sie heute zu den zehn größten bayerischen Instituten ihrer Gruppe.
Zum Vergleich: Gegenüber globalen Akteuren wie der Deutschen Bank mit einer Bilanzsumme von knapp 1,4 Billionen Euro wirken die hiesigen Zahlen fast bescheiden – für die regionale Wirtschaftskraft sind sie jedoch entscheidend.
Wer sind die „Kleinen“ in der Region?
Am unteren Ende der Skala finden sich in der Oberpfalz vor allem lokale Genossenschaftsbanken. Die Raiffeisenbanken in Hagelstadt, Sinzing und Floß weisen jeweils Bilanzsummen von deutlich unter 200 Millionen Euro aus. Das kleinste eigenständige Institut ist die Raiffeisenbank am Kulm in Speichersdorf und Neustadt, deren Bilanzsumme sich im niedrigen dreistelligen Millionenbereich bewegt. Damit ist sie rund 50-mal kleiner als die Liga-Bank.
Wie unterscheiden sich die Filialnetze?
Bei der Erreichbarkeit vor Ort zeigen sich deutliche Unterschiede. Während die Sparkasse Regensburg mit 44 Geschäftsstellen flächendeckend präsent ist, setzen auch die Volksbank Raiffeisenbank Nordoberpfalz (34 Filialen) und die Sparkasse Neumarkt-Parsberg (25) auf eine starke Präsenz vor Ort.
Interessant ist auch das Verhältnis von Finanzkraft zur Filialzahl: Die Liga-Bank ist mit Abstand das finanzstärkste Institut der Region, unterhält aber lediglich zwölf Geschäftsstellen. Als Spezialbank für Kirche und Caritas benötigt sie schlichtweg kein dichtes Filialnetz. Ähnlich schlank ist die Sparda-Bank Ostbayern aufgestellt, die ihre 3,2 Milliarden Euro Bilanzsumme von nur 13 Standorten aus verwaltet.
Am anderen Ende stehen kleine Regionalbanken. Die Raiffeisenbanken in Floß und Hagelstadt betreiben jeweils zwei Geschäftsstellen, die Raiffeisenbank Plankstetten nur eine einzige Filiale.
Wo gibt es in der Region die meisten Banken?
Wenig überraschend ist Regensburg das Bankenzentrum der Region. Sechs Institute mit Hauptsitz in der Bezirkshauptstadt kommen gemeinsam auf ein Volumen von mehr als 20 Milliarden Euro.
In den Landkreisen Cham und Regensburg sind jeweils fünf eigenständige Banken ansässig. Ihre Bilanzsummen liegen mit rund 3,5 beziehungsweise 4,2 Milliarden Euro jedoch deutlich unter dem Niveau der Bezirkshauptstadt. Ähnlich ist die Lage in den Landkreisen Neumarkt (5,5 Milliarden Euro) und Amberg-Sulzbach (2,3 Milliarden Euro) mit jeweils vier Instituten.
Schlusslicht im Vergleich der Landkreise ist Tirschenreuth. Dort ist nach Konsolidierungswellen lediglich die Raiffeisenbank Oberpfalz NordWest in Kemnath mit einer Bilanzsumme von rund 560 Millionen Euro als eigenständiges Institut verblieben.
Wie wichtig sind die Institute als Arbeitgeber?
Insgesamt arbeiten rund 6400 Menschen bei den Banken in der Oberpfalz. Größter Arbeitgeber ist die VR Bank Nordoberpfalz mit rund 800 Beschäftigten. Auf Platz zwei folgt die Sparkasse Regensburg, bei der mehr als 660 Mitarbeiter angestellt sind. Zum Vergleich: Die Raiffeisenbank Alteglofsheim-Hagelstadt stemmt ihren Betrieb mit gerade einmal 17 Mitarbeitern.
Ein echtes Nord-Süd-Gefälle lässt sich bei den Jobs übrigens nicht feststellen: Während in der nördlichen Oberpfalz rund 3100 Menschen im Bankwesen arbeiten, sind es im Süden des Bezirks nur geringfügig mehr.
Kann jeder bei jeder Bank ein Konto eröffnen?
Das kommt auf das Institut an. Für die Sparkassen gilt das strikte Regionalprinzip nach der bayerischen Sparkassenordnung: „Geschäftsbezirk der Sparkasse ist das Gebiet ihres Trägers.“ Geschäfte außerhalb dieses Bereichs sind grundsätzlich nicht vorgesehen und können aufsichtsrechtliche Folgen haben. Deshalb gibt es in der Oberpfalz für jeden Landkreis eine eigene Sparkasse.
Bei den Volks- und Raiffeisenbanken gibt es rechtlich keine solche Grenze. Das Genossenschaftsgesetz lässt theoretisch jeden Kunden zu. In der Praxis bleiben aber auch sie meist ihrem unmittelbaren Einzugsgebiet treu, da ihre Satzung die Förderung der Mitglieder in der jeweiligen Region vorsieht. Eine Ausnahme ist die VR Bank Niederbayern-Oberpfalz, die ihre Leistungen von drei Standorten in ganz Bayern anbietet und deutschlandweit als Direktbank vertreten ist.























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