26.05.2021 - 15:27 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

SPD will Weiden zur Marke machen

Die SPD-Stadtratsfraktion möchte die Altstadt als Standort für Einzelhandel, Gastronomie oder Dienstleister aufwerten. Auch für die Zeit nach Corona. Dazu gehören unter anderem ein bargeldloses Bezahlsystem und ein besseres Marketing.

Sprecher Roland Richter erläutert die Pläne der SPD-Stadratsfraktion.
von Thorsten Schreiber Kontakt Profil

"Was kann man machen, um die Innenstadt attraktiv zu halten, auch über Coronazeiten hinaus?", fragt sich Roland Richter, Sprecher der SPD-Stadratsfraktion. Nach monatelangem Lockdown seien Gastronomie, Dienstleister und Einzelhandel "an den Rand der Existenz gekommen". Um ein Ausbluten der Altstadt zu verhindern, sei es notwendig, wieder Kunden und damit Kaufkraft ins Zentrum zu holen. Ein Mittel könnte ein City-Gutschein-System sein. "Das gibt es ähnlich schon in vielen Städten, aber aus verschiedenen Gründen ist es in Weiden bisher nie zustande gekommen", informiert Richter auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien.

Chipkarte für Weidener Geschäfte

In Gesprächen mit Vertretern aus Handel und Stadtmarketing seien einige Varianten auf den Tisch gekommen. Eine Art Postkarte sei verworfen worden, eine digitale Lösung zu aufwendig und zu kostenintensiv. Als Vorbild soll daher das Neumarkter Karten-Modell dienen: wie eine Chipkarte, fälschungssicher, aufladbar, kein Rabattsystem. Bezahlen können die Kunden damit nur in Weidener Geschäften. Ob die Karte nur in der Innenstadt oder für ganz Weiden gültig ist, stehe noch nicht fest. Auf jeden Fall müsse das System so angelegt sein, "dass möglichst viele Betriebe aus verschiedenen Branchen, insbesondere auch Filialisten, ohne größere Investitionskosten mitmachen können". Außerdem könnte die Karte selbst beispielsweise als Sonderedition auch als Marketinginstrument dienen.

Die Weidener Innenstadt war auch Thema in der Stadtratssitzung Anfang Mai

Weiden in der Oberpfalz

Nach Vorstellung der SPD soll die Stadt den Stadtmarketing-Verein mit der Einführung eines City-Gutschein-Systems beauftragen. Die Kommune soll außerdem die Mittel für die Einführung, deren Kosten sich laut Richter "in sehr überschaubarem Rahmen" halten dürften, sowie für den weiteren Betrieb bereitstellen. Eine Zahl möglicher Teilnehmer gebe es noch nicht, aber "viele wünschen es sich". Der Antrag soll am 21. Juni im Stadtrat beraten werden. "Wir wollen eine breite politische Mehrheit dafür haben", betont Richter.

Aktionen bündeln

Dieses Bezahlsystem könnte auch ein wichtiger Schritt auf dem Weg sein, Weiden als Marke zu etablieren. "Wir fangen nicht bei Null an", denn es gebe bereits genügend "Initiativen und Ansätze zur Vermarktung städtischer sowie privatwirtschaftlicher Aktivitäten", meint der SPD-Sprecher. Was es noch nicht gibt: "ein einheitliches Auftreten im Sinne eines strategischen Stadtmarketings". Veranstaltungen, Einzelaktionen oder kulturelle Projekte sollten künftig unter einem Dach gebündelt werden. Dafür soll es dann einen Ansprechpartner geben. Richter sieht dies als "Schnittstelle zwischen Stadt, Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung". Alle Akteure sollen eingebunden werden, die Bereitschaft sei vorhanden. "Wir wollen eine Marke für Weiden bilden, ein corporate Design." Um die Stadt als Handel- und Dienstleitungszentrum der nördlichen Oberpfalz zu positionieren, bedürfe es eines strategischen Stadtmarketing-Konzepts - "gerade auch im Hinblick auf die durch die Pandemie bedingten wirtschaftlichen Folgen".

Wie lange dies dauert und wann dies umgesetzt wird, konnte Richter noch nicht sagen. Der SPD-Antrag, der ebenfalls in der Juni-Sitzung behandelt werden soll, sieht drei Schritte vor. "In einem Jahr sollten wir weiter sein." Zu dem Gesamtkonzept gehört außerdem noch die Verbesserung der Barrierefreiheit in der Innenstadt. Die Planungen sollten bis 2023 zügig umgesetzt werden.

Hintergrund:

Bargeldlos in Weiden einkaufen

  • funktioniert wie eine Chipkarte
  • nur in Weidener Geschäften
  • fälschungssicher
  • aufladbar
  • kein Rabattsystem
  • auch Sondereditionen möglich

 

 

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