23.07.2018 - 15:27 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Spektakel auf der Rennstrecke [Ergebnisliste]

Zwei Unfälle, eine Stadträtin im Leiterwagen und ein Badezuber als Sieger der Herzen. Beim zweiten Weidener Seifenkistenrennen geht es nicht nur um die schnellste Zeit.

Grünen-Stadträtin Gisela Helgath wagt sich mit einem 70 Jahre alten Leiterwagen auf die Strecke.
von ​Tina Sandmann Kontakt Profil

(tsa) Gisela Helgath ist begeistert. "Es war so toll. Toller als jedes Volksfest." Die Weidener Grünen-Stadträtin schwärmt vom Seifenkistenrennen. Und das, obwohl sie nur Platz 40 erreicht hat. "Das ist mir egal. Unser Ziel war nicht, zu gewinnen. Wir wollten heil ankommen."

Helgath fuhr ein ungewöhnliches Gefährt: Einen umgebauten Leiterwagen. "70 Jahre hat der Wagen auf dem Buckel. Er stand lange im Haus der Schwiegereltern von Karl Bärnklau (Grünen-Fraktionsvorsitzender, Anm. d. Red.)." Die Stadtratsfraktion hatte nach dem Erfolg des Rennens im vergangenen Jahr die Idee, auch mitzumachen. "Der Hintergedanke des Rennens, für Vielfalt und Toleranz, hat uns begeistert." Und nachdem Bärnklau den Leiterwagen gefunden hatte, war klar: Die Grünen sind dabei. Mit Gisela Helgath als Fahrerin.

"Es war eine Herausforderung. Das Gefährt ist ziemlich hoch und die Lenkung hat viel Spiel." Kein Problem für die Stadträtin. "Viele haben vorher zu mir gesagt: Wie traust du dir das nur zu? Es war nicht so schlimm, wenn man einmal runterfährt, merkt man, es ist beherrschbar." Für Helgath ist das Fest etwas besonderes. "Es gehört schon zum Weidener Veranstaltungskalender dazu. Ich fände es besser, wenn der jährliche Rhythmus bleibt."

Ebenfalls auf einem der hinteren Ränge (Platz 35) landete der "Pool Runner" des Teams "Pool Runnings". "Das macht aber nichts, wir sind Sieger der Herzen", sagt Pilot Hubert Lukas aus Weiden. Er baute mit den Vätern von neun befreundeten Familien den Herzensgewinner der Zuschauer: einen Pool inklusive Meerjungfrau und Quietscheentchen. "Unser Motto war: Hauptsache gut ausschauen."

Die Zuschauer mussten am Renntag aber auch Schrecksekunden verdauen. In den Testrunden verletzten sich zwei Fahrer, sie krachten mit ihren Kisten in die Reifenbegrenzungen. "Die Fahrer verlenkten sich in der ersten Kurve, die Kisten schaukelten sich auf und kippten um", sagt Organisator Nico Erhardt. Anfangs war von offenen Brüchen die Rede. "Es sah dramatisch aus", sagte Erhardt. Später die Entwarnung: die beiden Fahrer der "Dr. Loew Soziale Dienstleistungen"-Teams sind mit Schürfwunden davongekommen. "Genau deshalb machen wir die Testläufe. Die Fahrer sollen sich mit der Kiste und der Strecke vertraut machen", sagt Erhardt. Über 120 Starts verliefen glimpflich. Erhardt ist überzeugt: "Das Rennen ist anspruchsvoll, aber nicht gefährlich". "Man darf das Rennen nicht unterschätzen. Das ist nicht ohne", sagt Herbert Putzer, Leiter der Integrierten Rettungsleitstelle. Für die Fahrer wäre es besser gewesen, Regenkleidung zu tragen. "Die Schürfwunden sind dann nicht ganz so schlimm", sagt der Experte. Den Spaß sollten sich die Fahrer und Teams aber nicht nehmen lassen. "Es ist eine schöne Veranstaltung. Wenn alle Sicherheitsvorkehrungen eingehalten werden, ist es nicht so gefährlich, wie es vielleicht ausschaut."



Die Ergebnisse des Rennens.

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