25.03.2019 - 16:59 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Stadt will Heizpilze der Gastronomie streichen

Egal ob Café, Restaurant, Eisdiele oder Bar. Das wird den Gastronomen in der Weidener Altstadt nicht schmecken. Die Stadt will bei der Gestaltung der Außenbereiche stark eingreifen. Unter anderem sollen die Heizpilze verschwinden.

Die Außengastronomie in der Altstadt beschäftigt den Stadtrat. Unter anderem Heizpilze sollen verschwinden.
von Volker Klitzing Kontakt Profil

In der Sitzung Anfang Dezember hatte sich der Bau- und Planungsausschuss einverstanden erklärt, dass seitens der Verwaltung ein Gestaltungshandbuch für die Stadt Weiden erstellt wird. Für die Sitzung an diesem Mittwoch (14.30 Uhr, großer Sitzungssaal) ist den Stadträten nun ein Textvorschlag für den Bereich Außengastronomie vorgelegt worden.

Die Verwaltung spricht von einer Leitlinie bei Neuanschaffungen von Gegenständen für Freischankflächen. Es gehe um ein verträgliches Miteinander der verschiedenen Nutzer der öffentlichen Verkehrsflächen inmitten der Altstadt sowie einer sinnvollen Ergänzung der historischen Fassaden der Altstadtgebäude. Ergänzend wird in dem Sachstandsbericht angemerkt, dass die Schankflächen im Freien für eine Nutzung bei schönem Wetter gedacht sind. Dann werde die gastronomische Nutzung von den Gasträumen innen nach außen verlagert. Nach dieser Idee würden der Gaststätteninnenraum und die Außenfläche nicht gleichzeitig genutzt. Damit würde auch kein Stellplatzmehrbedarf aufgrund einer faktischen Vergrößerung der Gastflächen anfallen. Die Verwaltung schließt daraus, dass die Verwendung von Einhausungen wie Windschutzvorhängen und Pavillons sowie Heizpilzen dieser Anschauung zuwiderlaufe, unabhängig von den bekannten umweltrechtlichen Aspekten.

Kommentar:

Den Magen verdorben

Die Verwaltung ist möglicherweise dabei, den Wirten in der Altstadt kräftig die Suppe zu versalzen. So soll in einem Gestaltungshandbuch zum Beispiel festgelegt werden, das Mobiliar einheitlicher zu gestalten. Kein Unterschied mehr, ob man beim „Bräuwirt“, beim Restaurant „Zoe“, an der Eisdiele oder am Café „Beanery“ sitzt? Fader Einheitsbrei. Heizpilze und Windschutzvorhänge sollen ganz verschwinden.
Die Idee, die dahinter steckt: Außengastronomie soll es nur in der schönen Jahreszeit geben. Dafür gibt es dann innen nichts. Entweder – oder. Dabei sind die Weidener bekannt, dass sie gern frühzeitig zum Cappuccino nach draußen wechseln. Es hagelt ja nicht jeden Tag im Frühling. Den Gast aber, der das alles witzig findet, den gibt’s sicher noch nicht. Ihm schlägt’s auf den Magen.

Volker Klitzing

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