09.12.2018 - 17:52 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Stadtbusse sauberer als ihr Ruf

Wieder ein Dieselgipfel im Bundeskanzleramt. Die Ergebnisse bleiben weiterhin überschaubar. Zugleich aber rückt der Einfluss der Kommunen auf den Schadstoffausstoß des Stadtlinienverkehrs in den Fokus. Noch mehr saubere Busse sollen auf die Straße.

Der Öffentliche Personennahverkehr in Weiden, der „Stadtbus“, ist mit außergewöhnlich modernen und abgasarmen Fahrzeugen unterwegs.
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

(wd) Für die Stadt Weiden ist der vergangenen Dieselgipfel durchaus ein Anlass, um auf die Leistung der Weidener Stadtbusse für die Senkung der Stickstoffdioxidbelastung hinzuweisen.

Generell liegt in Weiden die durch den Verkehr verursachte Umweltbelastung mit 23 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft bei einen Drittel der Werte in München (78 Mikrogramm) und knapp über der Hälfte des zulässigen Grenzwertes von 40 Mikrogramm. Dies zeigen die Ergebnisse der Messstation, die das Bayerische Landesamt für Umwelt in der stark befahrenen Nikolaistraße betreibt.

Vier Prozent der Belastung

Für die Stickstoffdioxid-Emissionen im Verkehr sind die Diesel-Autos zu 73 Prozent verantwortlich. Diesel-Busse haben aber nur einen Anteil von 4 Prozent. Hier werde sehr deutlich, welchen geringen Einfluss der ÖPNV überhaupt auf die Umweltbelastung habe, betont Wolfgang Wies, Betreiber des Stadtlinienverkehrs. Dennoch investiere sein Unternehmen stark in die aktuelle Fahrzeugtechnik. "Wir haben keine Euro-4- und Euro-5-Busse mehr im Einsatz", erklärt Wies. "Die kurzfristige städtische Strategie gegen den Pkw-Dieselskandal ist die Förderung des Öffentlichen Personennahverkehrs", verdeutlicht Rechts- und Sozialdezernent Hermann Hubmann, in dessen Dezernat der Umweltschutz angesiedelt ist. Die Weidener Stadtbusse hätten in punkto sauberes Fahren "die Zukunft fest im Blick", meint er. Das zeige die folgende Entwicklung: Der Anteil der Euro-6-Busse an der Gesamtfahrleistung betrage in diesem Jahr bereits 50 Prozent. 2019 werde er durch die Anschaffung zweier neuer Busse bei 66 Prozent und 2020 durch weitere neue Fahrzeuge bei 80 Prozent angekommen sein.

Im Jahr 2021 betrage der Anteil 92 Prozent und ein Jahr darauf 98 Prozent. Die restlichen zwei Prozent verblieben durch den Einsatz von zwei Gelenkzügen, die bei den Verkehrsspitzen an 185 Schultagen morgens und mittags auf den Straße rollen. Neben den sauberen Euro-6-Bussen sind bei Wies EEV-Busse unterwegs, deren Abgaswerte die Euro-5-Norm deutlich unterbieten.

Deutlich ökologischer

Bezogen auf die absoluten Stickstoffdioxid-Werte ergeben sich bei den modernen Bussen meist bessere Resultate als bei vielen Pkw und das trotz eines erheblich höheren Gewichts und der deutlich höheren Personenzahl je Fahrzeug, unterstreicht Wies. Dies bedeute, dass mehr öffentlicher Verkehr mit Stadtbussen helfe, die Schadstoffbelastung im innerstädtischen Verkehr dauerhaft zu reduzieren. "Im Gegensatz zum Pkw hält der moderne Dieselbus die Grenzwerte ein. Verglichen mit dem Pkw ist er pro Fahrgast signifikant ökologischer unterwegs.

Warum diese kleinen Schritte und nicht gleich Elektro-Busse einsetzen? Beim Stadtbus Weiden geht man davon aus, dass erste Anschaffungen von Elektrobussen frühestens nach 2022 sinnvoll sein könnten, räumt Wies ein. Derzeit gebe es kaum attraktive Angebote an Elektrobussen. Allerdings bleibt der Stadtbus nicht einfach stehen: Als Zwischenschritt werden die Weidener Stadtbusse bereits ab 2019 mit ersten Hybridfahrzeugen unterwegs sein.

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