27.03.2019 - 18:45 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Stadtrat zieht beim Volksfest Zügel an

Bei der städtischen Veranstaltung will auch die Stadt entscheiden, wer auf dem Festplatz vertreten sein soll. Der Weidener Stadtrat ärgert sich über die Kritik der Schausteller, die mit dem neuen "Format" ihre Probleme haben.

Ein Puh mit dicken Backen. Vor einem halben Jahr zapfte OB Kurt Seggewiß zum ersten Volksfest unter der Regie der Stadt Weiden an.
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Die Stadt ist für die Feuerschützen als Veranstalter des Volksfestes eingesprungen. Im neuen Format, auf fünf Tage verkürzt, in den September verlegt und mit einer Gewerbeschau garniert, gilt das Volksfest 2018 als Erfolg. Dennoch sind die Schausteller unzufrieden. Sie wollen zurück in den August und länger feiern. Darüber ärgert sich wiederum Rechtsdezernentin Nicole Hammerl. Auch deshalb, weil sich aus den Reihen der Schausteller niemand gefunden hatte, der das Erbe der Feuerschützen antreten wollte.

Und so machte sie in der Stadtratssitzung am Montagabend klar, dass es kein Zurück gibt: Termin im September und Format (fünf Tage mit Gewerbeschau) für 2019 stehen. Hammerl verwies auf die Gefahren, die mit der Vergabe an einen "privaten Dritten" verbunden seien. Das Fest müsse bundesweit ausgeschrieben werden. "Ich will mich nicht dem Risiko aussetzen, einen Veranstalter zu erhalten, der kein Interesse an unseren lokalen und regionalen Schaustellbetrieben hat."

Zu den Argumenten der Schausteller, mit einer längeren Festdauer ließen sich mit der höheren Chance auf gutes Wetter bessere Umsätze erzielen, bemerkte Hammerl, das Volksfest sei nun mal eine Freiluftveranstaltung. Der Termin liege optimal zwischen den großen Konkurrenzfesten. Im Herbst sei bei den Besuchern eine "gewisse Sättigung" eingetreten. Ein längere Fest führe eben nicht zu höheren Umsätzen, sondern allenfalls zu einer anderen Verteilung.

Das Volks- (und Schützen-)fest gehöre zu den traditionsreichsten Veranstaltungen in der Stadt, betonte OB Kurt Seggewiß. Die Stadt sah sich darum in der Pflicht, es nach der Absage der Feuerschützen - "sie können es weder finanziell noch personell stemmen"- in der Pflicht. Er wies die Kritik der Schausteller an den geänderten Rahmenbedingungen zurück: "Wenn jemand nicht bereit ist, Verantwortung zu übernehmen, finde ich es nicht gut, wenn er dann Dinge kritisiert."

Die Stadt solle weiter Veranstalter des Festes bleiben, forderten die CSU-Stadträte Wolfgang Pausch und Hans Blum. Sie müsse aber das Konzept ständig auf den Prüfstand stellen, um besser zu werden, zumal eine "halbe Planstelle" im Rathaus für die Fest geschaffen wurde. Das Fest gehöre sicherlich zur Daseinsvorsorge, allerdings dürften weder Länge noch Termin "zementiert" sein.

Für die Grünen forderte Karl Bärnklau, dass die Stadt mit einer "positiven Null" aus dem Fest-Engagement herauskommen müsse. Dazu seien alle Kosten einzurechnen. Für die SPD stellte Brigitte Schwarz fest, dass sich die Schausteller offenbar selbst im Weg stünden. Matthias Loew meinte, dass mit einem längeren Fest die Chance, mehr schöne Tage "zu erwischen" wachse, ebenso die Einnahmen an Standgebühren. Er wünschte sich einen Konsens mit den Schaustellern. Florian Graf, ebenfalls SPD, forderte Handlungsspielraum, um das Volksfest unter städtischer Regie wachsen zu lassen. "Für viele Bürger sind diese Feste der Jahresurlaub."

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