22.01.2020 - 09:53 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Stadtwerke beweisen Energieeffizienz

Dass Ölheizungen wenig Zukunft haben, wird beim 26. Netzwerktreffen des Energie-Technologischen Zentrums Nordoberpfalz (ETZ) deutlich gemacht. Die Stadtwerke Weiden wollen dabei Vorreiter sein.

Im modernen Heizraum machen sich die Besucher selbst von den Anlagen ein Bild.
von Siegfried BühnerProfil

Energieeffiziente Energie- und Heizsysteme sowie öffentliche Ladestationen für Elektroautos waren die zwei Themen des 26. Netzwerktreffens des ETZ Nordoberpfalz. Fachexperten aus der Energiewirtschaft und andere Interessenten trafen sich, um aktuelle Energieversorgungskonzepte der Stadtwerke Weiden präsentiert zu bekommen.

Begonnen hat die Veranstaltung mit der Vorstellung des dreigliedrigen Energieversorgungs- und Heizungssystems im Verwaltungsgebäude der Stadtwerke. Ingenieur Michael Kreis von den Stadtwerken zeigte dazu die Einzelheiten mit seinem Kollegen Thorsten Witzer auf. Neuerdings wird die vorhandene Photovoltaik-Anlage und das gasbetriebene Blockheizkraftwerk durch eine Brennstoffzellenanlage ergänzt. „Klar ist, dass dieses Konstrukt in keinem normalen Haushalt erforderlich ist“, kommentierte Stadtwerke-Vorstand Johann Riedl die Vorstellung der Anlage. Doch die Stadtwerke wollten beispielgebend sein und Erfahrung sammeln bei Themen, die zukünftig auf ihre Kunden zukommen.

Dass die dreigliedrige Anlage sehr effizient arbeitet wurde anhand von Zahlen demonstriert. Zusammen mit einem kompletten Vollwärmeschutz führten die drei Systeme zu einer Senkung des jährlichen Gesamtenergieverbrauchs im Verwaltungszentrum von 250.000 Kilowattstunden auf 160.000 Kilowattstunden. Die Kosten dafür sanken von 25.000 auf netto 13.000 Euro. Das Ergebnis wurde erzielt, obwohl die Büroflächen durch einen Neubau erheblich ausgeweitet wurden. Die neue Brennstoffzellen-Anlage schafft 1000 Watt pro Stunde an Wärmeerzeugung und kann somit auch die Grundlast für Heizung und Warmwasser eines Einfamilienhauses abdecken. Erdgas wird darin entschwefelt, in Wasserstoff umgewandelt um daraus Energie zu gewinnen. „Diese Anlage dient nicht nur dem Umweltschutz sondern ist auch effizient“, stellte Energieexperte Witzer fest. Dass sie absolut geräuscharm arbeitet, davon konnten sich die Zuhörer im Anschluss an den Vortrag selbst überzeugen.

Im zweiten Teil des Abends wurde dann über die vier öffentlichen Elektroladesäulen berichtet, die von den Stadtwerken im Stadtgebiet Weiden betrieben werden. Sie sind bei den Stadtwerken selbst, bei der IHK, beim Neuen Rathaus und bei der Thermenwelt aufgestellt. Bisher konnte der Strom kostenlos geladen werden. Ab 1. April wird laut Witzer eine Gebühr für jede Kilowattstunde erhoben. Voraussichtlich müsse diese über 30 Cent liegen, meinte er. Trotzdem sei dies unter Berücksichtigung der Investitionskosten noch längst nicht kostendeckend. Witzer wies auch darauf hin, dass das Problem hoher Investitionskosten ein Hindernis auf dem Weg zu einem starken Ausbau der Zahl öffentlicher Ladesäulen sein kann. ETZ-Geschäftsführer Matthias Rösch hatte die Besucher des Netzwerktreffens begrüßt.

Stadtwerke-Ingenieur Michael Kreis zeigt die Funktionsweise der neuen Brennstoffzellen-Anlage.

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