10.03.2019 - 10:59 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Von starken und streitbaren Frauen lernen

Zum Weltfrauentag schaute die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen von Weiden, wie es mit der Gleichberechtigung im Land bestellt ist und rückte kämpferische Frauen wie Clara Zetkin oder Maria Juchacz in den Fokus.

"Rosina Weinbierl" (Nicole Hölzl) und OB Kurt Seggewiß.
von Autor hczProfil

Clara Zetkin war es, die 1910 auf der 2. Internationalen sozialistischen Frauenkonferenz den Anstoß gab, jährlich einen Internationalen Frauentag auszurufen. Am 19. März 1911 fand dieser dann zum ersten Mal statt.

Am Freitag trafen sich auf Einladung der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) weit über Hundert Frauen im "Almrausch"-Vereinsheim, um den Gedenktag zu gehen. AsF-Vorsitzende Sabine Zeidler begrüßte unter den Gästen auch einige Männer. Oberbürgermeister Kurt Seggewiß habe, seit sie das Amt innehabe, noch nie einen Frauentag versäumt, stellte sie fest. Die SPD-Stadtverbandsvorsitzende konstatierte zudem, dass in ihrer Partei - zumindest in Weiden - Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau schon erreicht sei. In der Anzahl der weiblichen Stadtratsmandate und der paritätischen Listenbesetzung zeige sich Solidarität. Zeidler erinnerte auch an das Jubiläum "100 Jahre Frauenwahlrecht" und an die Frauenrechtlerin Maria Juchacz, die als sehr streitbar galt.

Waltraud Koller-Girke stellte die 1857 in Sachsen geborene Clara Zetkin als USPD-Mitbegründerin und Vorläuferin politischer Betätigung von Frauen vor. Stadträtin Sema Tasali-Stoll befasste sich mit dem Wirken von Renate Schmidt, der ehemaligen Familienministerin und SPD-Landesvorsitzenden, die kürzlich 75 Jahre alt geworden ist. Tasali-Stoll appellierte an die Gäste, ihre Kinder zu "demokratischen und humanistischen Weltmenschen" zu erziehen.

Oberbürgermeister Kurt Seggewiß forderte: "Gebt Frauen was ihnen zusteht!". Schärfstens verurteilte das Stadtoberhaupt Gewalt gegen Frauen und die "immer noch bestehenden Ungerechtigkeiten".

Stellvertretende SPD-Stadtratsfraktionsvorsitzende Hildegard Ziegler erinnerte an die Ermordung Kurt Eisners vor 100 Jahren, dem in Weiden nun endlich "ein Denkmal durch eine Platz-Benennung" gesetzt worden sei. "100 Jahre Bauhaus in Weimar" sei ebenfalls heuer zu feiern, aber der Rolle der Frauen im Bauhaus sei eine Würdigung bisher versagt worden.

Viel Beifall erntete Nicole Hölzl, die als "Rosina Weinbierl" auftrat und Seggewiß einen selbst vorgefertigten Gutschein für einen "Neubürger-Empfang" abnötigte, weil sie selbst bei ihrem Zuzug nach Weiden nicht begrüßt worden war. Danach gab es von "Rosina" etliche Spitzen gegen das männliche Geschlecht sowie die Feststellung: "Rechtspopulismus und Antifeminismus sind Geschwister". Stellvertretende AsF-Vorsitzende Sonja Schreglmann unterhielt als Lisa Fonssagrives-Penn verkleidet. Die 1911 geborene Schwedin war Ende der 30er Jahre Fotomodell und gilt als erstes "Supermodel". Ein begeisternder Auftritt der Kulturgruppe "Kalinka" beschloss den Abend.

Waltraud Koller- Girke erinnerte bei Internationalen Frauentag der AsF an Clara Zetkin, eine Ikone der Frauenbewegung.
Bis auf den letzten Platz war die "Almhütte" bei Internationalen Frauentag gefüllt. Vorne rechts: AsF- Vorsitzende Stadträtin Sabine Zeidler.
Erfrischend und begeisternd: Die Gruppe "Kalinka" der Landsmannschaft der "Deutschen aus Russland".
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