27.02.2020 - 19:04 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Steingärten: Gärten des Grauens oder einfach graue Gärten?

Der Trend zum Steingarten spaltet die Meinungen. Seit einem Verbot dieser Gärten in Erlangen diskutieren Oberpfälzer Politiker eifrig darüber.

Rasenmähen ist hier nicht nötig. Trotzdem oder gerade deshalb kommen Steingärten bei vielen Menschen nicht gut an.
von Natalie SchwarzProfil

In der vergangenen Woche stimmte der Erlanger Stadtrat für ein Verbot privater Steingärten. Der Beschluss wird auch in der Oberpfalz kontrovers diskutiert. Ein Verbot hält etwa Stefan Seitz, SPD-Stadtrat in Windischeschenbach, für überzogen. "Wir haben viel Natur um uns herum, da soll das jeder so regeln, wie er möchte. In Großstädten mag das sinnvoll sein."

Der Oberpfälzer Landtagsabgeordnete Tobias Gotthardt von den Freien Wählern sieht es anders: "Unsere Position war immer: Artenschutz beginnt im eigenen Garten. Entsprechend schwarz sehen wir bei den schmucklosen Steinwüsten." Zuständig seien aber die Kommunen, sagt der Landtagsabgeordnete.

In Artikel 7 der Bayerischen Bauordnung sei geregelt, nicht bebaute Flächen eines Grundstücks zu begrünen oder zu bepflanzen. Der Schwandorfer Grünen-Kreisrätin Marion Juniec-Möller reicht diese Regel bereits, um gegen Steingärten vorzugehen. "Die Bauämter sollten mehr auf die Bürger zugehen und auf die Folgen solcher Steingärten hinweisen." Das Problem sei hier das fehlende Personal. "Wenn Bauämter mit der gleichen Vehemenz wie beim korrekten Anschließen eines Kanals vorgehen würden, bräuchte es ein solches Verbot nicht", so Juniec-Möller.

Um Pflegeaufwand zu ersparen, schütten immer mehr Hausbesitzer Schotter in ihre Gärten. Marja Rottleb vom Naturschutzbund macht klar, dass Vorgärten und Grünflächen wichtig für Artenvielfalt und Klima in einer Stadt sind. Sie liefern saubere und frische Luft und bieten kleinen Lebewesen ein Zuhause. Es gebe zudem viele Pflanzen, die wenig Arbeit bei der Pflege machten.

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