Pianist Schuier glänzte mit gekonnter Melodieführung sowie improvisatorischer Begleitung, bildete mit seinem Partner eine harmonische Einheit und zeigte Showqualitäten, etwa, wenn er auf seinem Keyboard oder dem Gebälk trommelte und sich über den „herabrieselnden Staub“ beschwerte. Treml, Entertainer in Hochdeutsch und Mundart, imponierte erneut neben seinem lockeren Gitarrenspiel und treffendem Gesang durch seine Spontaneität und seine Interaktion mit dem Publikum, wenn er aus 20-jähriger Bühnenerfahrung erzählte, gesanglich einen Dialektkurs abhielt, dabei die Eigentümlichkeiten unserer Sprache erklärte, mit den Besuchern scherzte und sie in seine Texte einbaute, indem sie Reimwörter ergänzten und die Refrainzeilen mitsangen.
Schon im zum Abend passenden Song „Rosenmontagszug“ trafen die zwei Welten des Tages aufeinander: die überschäumende Ausgelassenheit einer Karnevalsjeckin und der in sie verliebte Faschingsmuffel, der sich nicht mit Gaudi, sondern mit Humor unterhalten lässt und auf den am Ende der Zug nach Hause wartet.
Ein Markenzeichen des Duos ist es, bekannte englische Titel ins Oberpfälzische zu übersetzen. Da wurde aus Webbers „Jesus Christ Superstar“ einfach „Jessas na, spieln däi aa, dieses ganze Faschingsmuffelzaich“, aus Elvis Presleys „I Need Your Love Tonight“ bei rhythmischen Klatschen der Zuhörer „Moidl, iech moch di so“ oder „That’s All Right Mama“ zu „Is scha rächd Mamma“, wozu dann auch noch „Elisabeth is Öelvis-Fan“ passte. Tom Jones „Sex Bomb“ wurde zu „Laou bloß däi Schouch aa“ umgetextet, Springsteens „I’m On Fire“ zu „Immer wennsd me küsst is Faia“, „Stay With Me“ zu „Moidl, bleib bei mia“, „If I Should Fall Behind“ zu „Wenne zruckfalln sollt“ und die Beatleshits „Yellow Submarine“ zu „Mia hobm glebt in an U-Boot bieslgelb“, „Yesterday“ zu „Leberkaas“ und „A Hard Days Night“ zu „Dees woar a hardda Dooch“.
Beeindruckend im Nonstop-Programm auch die Bekenntnisse zur Heimat: Da gab der „Patriot des Universums“ in „Mäi Oberpfalz“ eine Liebeserklärung ab, wurde aus „Irgendwo auf der Welt“ von den Comedian Harmonists einfach „I sing wäi, i sing waou“ und „Dirty Water“ kurzerhand zum zungenbrecherischen Song „Waou ma Aoua, Haoua, Jaouha, Kouh und Mou song doud“ umgeformt. Gegen Ende mahnte Treml angesichts der Hanauer Ereignisse, wegen der er seinen Auftritt gar überdacht hatte, „dass ma aafstenga, wenn ma aafstäih mäin“ und zog so einen Bogen vom Faschingstreiben und dem Konzert zur realen Welt.
![Franz Schuier und Hubert Treml in „Faschingsmuffel mit Musik“ Bild: Schönberger, Ferdinand [fsb]](https://www.onetz.de/f/ic/Detailed/articlemedia/2020/02/25/004e518c-c7d6-468b-a78f-3889de09582f.jpg)
![Franz Schuier und Hubert Treml in „Faschingsmuffel mit Musik“ Bild: Schönberger, Ferdinand [fsb]](https://www.onetz.de/f/ic/Detailed/articlemedia/2020/02/25/b7bd3117-3610-4b36-8fce-3101bf035013.jpg)
![Das Keyboard wird schon mal als Schlaginstrument zweckentfremdet. Bild: Schönberger, Ferdinand [fsb]](https://www.onetz.de/f/ic/Detailed/articlemedia/2020/02/25/6ae63ec9-2984-447f-8317-4c21ad666dca.jpg)
![Franz Schuier und Hubert Treml in „Faschingsmuffel mit Musik“ Bild: Schönberger, Ferdinand [fsb]](https://www.onetz.de/f/ic/Detailed/articlemedia/2020/02/25/80171262-5bcf-434d-aec3-66ca2fdce47b.jpg)












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