Die Weidener Genossen erinnerten am Mittwoch am Kurt-Eisner-Platz an das 75-jährige Jubiläum der Wiedergründung der Weidener SPD. „Es hat sich von der Einstellung her gegenüber heute nichts geändert“, unterstrich Stadtverbandsvorsitzende Sabine Zeidler. „Wir vertreten heute noch dieselben Werte wie früher.“ Genossen hätten sich niemals verstellen müssen. „Wir mussten auch nie neue Grundsatzprogramme schreiben.“ Zeidler versprach, dass der Stadtverband auch noch das Jubiläum der Gründerversammlung, die im Januar 1946 stattgefunden habe, würdigen werde. „Wir alle können stolz sein auf diese Partei mit ihrer Historie.“
Mit einer flammenden Rede betonte ihr Stellvertreter Herbert Schmid, der die Geschichte der Weidener SPD Revue passieren ließ, die herausragende Leistung der Weidener Genossen. Mit Hans Schelter, Hans Bauer, Kurt Seggewiß und jetzt Jens Meyer habe die Partei seit Kriegsende 37 Jahre lang Weidener Oberbürgermeister gestellt, hinter denen stets eine starke, lebendige und traditionsbewusste Partei gestanden habe. „Die SPD war und ist die gestaltende Kraft in der Kommunalpolitik der Stadt.“
Schmid formulierte mit pathetischen Worten: „Ich möchte euch ermuntern, die Flamme der Begeisterung in euren Herzen von dieser Veranstaltung heute wegzutragen.“ Diese brennende Fackel nahm Oberbürgermeister Meyer auf. „75 Jahre sind auch ein Erbe, das auf uns ruht und das gilt es zu verwalten und weiterzureichen an die nächste Generation.“
„Corona hat gezeigt, dass Werte wie Respekt oder Solidarität gewaltig gelitten haben“, fuhr der Rathauschef fort. „Das ist ein gesamtgesellschaftliches Problem. Auch vor Ort müssen wir wieder lernen Respekt und Solidarität zu vermitteln.“ Meyer appellierte, an die Wertvorstellungen der Altvorderen anzuknüpfen.
Nicht der sei zu bewundern, der das größte und schnellste Auto fahre, der beste Fußballer oder schönste Chefarzt sei: „Ich bewundere unterschiedliche Lebenswege, die ich als gleichwertig betrachte. Mein Respekt gilt denen, die bei Seltmann am Fließband stehen und Teller produzieren, genauso wie dem Bäcker, der um drei Uhr früh meine Brötchen backt oder dem Busfahrer, der die Verantwortung für 50 Fahrgäste trägt.“
Josef Höfer regte an, bei einer der nächsten Straßennamenvergaben den ehemaligen, von der US-Militärregierung eingesetzten zweiten Weidener Bürgermeister Josef Tröger zu berücksichtigen. „Ein Mann, der im Konzentrationslager inhaftiert war, hätte das durchaus verdient.“















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