14.11.2018 - 19:08 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Straßenreinigung 25 Prozent teurer

Die Gebühren waren in den vergangenen Jahren zu niedrig, um die Kosten zu decken. Das muss nun ausgeglichen werden. Doch allein damit ist die geplante Verteuerung der Straßengebühren um 25 Prozent nicht erklärbar.

Über 270.000 Reinigungsmeter müssen im Jahr bewältigt werden. Ein Meter soll ab Januar für die nächsten vier Jahre 2,40 Euro kosten. Das entspricht einer Steigerung um 25 Prozent.
von Volker Klitzing Kontakt Profil

Am Dienstag, 20. November, wird sich der Rechnungsprüfungsausschuss mit der Gebührenerhöhung beschäftigen. Dabei ist auch geplant, den Kalkulationszeitraum von bisher drei auf künftig vier Jahre zu verlängern. Die neuen Gebühren für die Straßenreinigung würden demnach bis Ende 2022 Gültigkeit besitzen. Maßgeblich für die deutliche Erhöhung sind laut des städtischen Reinigungs- und Abfallexperten Johannes Zierock neben der Unterdeckung der vergangenen Jahre auch die Sachkosten und vor allem die Personalkosten, die mit zwei Prozent pro Jahr höher ausfallen als erwartet.

Insgesamt geht es nach Abzug eines zehnprozentigen städtischen Anteils um rund 650.000 Euro, die von den Anliegern aufgebracht werden müssen. Bei 270.540 Reinigungsmetern ergeben sich Kosten pro Meter von 2,40 Euro. Dies bedeutet, dass in der Reinigungsklasse 1 zwischen dem Witt- und dem Schlörplatz mit Schul- und Judengasse sowie Weißenburgstraße bei sechsmaliger Reinigung pro Woche für jeden laufenden Meter 9,60 Euro (bisher 7,68) fällig werden. 6 Euro statt 4,80 Euro kosten die Klassen 2 (zum Beispiel Allee, Türlgasse und Pfarrplatz) und 4 (zum Beispiel Kolping-Platz, Schiller- und Sebastianstraße) mit jeweils dreimaliger Reinigung pro Woche. Unter die Klasse 5 (Reinigung zweimal die Woche) fallen unter anderem Am Langen Steg, Hammerweg, Regensburger und Vohenstraußer Straße. Sie alle kosten künftig 3,60 statt 2,88 Euro pro Meter. Mit großem Abstand am häufigsten sind aber die Straßen der Reinigungsklasse 6. Sie werden 14-tägig gereinigt und kosten pro Meter 1,20 Euro (bisher 0,96 Euro). Beispiele sind Rehbühlsiedlung, Am Krumpes oder auch Biberstraße und Krumme Äcker.

Große Probleme bereiten Straßen wie die Moltkestraße direkt gegenüber des Haupteingangs zum Klinikum. Sie müsste zweimal in der Woche gereinigt werden, ist aber rund um die Uhr beidseitig zugeparkt, so dass die Kehrmaschinen in der Mitte durchfahren könnne, an den Rändern keine Chance haben. Einmal im Jahr wird hier versucht, durch aufwändige Schilderaufstellung das Parken an einem bestimmten Tag zu verbieten. Doch immer bleiben ein paar Autos stehen, die das Reinigungsfahrzeug blockieren.

Im Blickpunkt:

Wer kennt die Sauerei nicht? Auf seinem Weg hinterlässt ein Hund sein Häufchen und trottet mit Frauchen oder Herrchen an der Leine davon. Doch inzwischen greifen viele Hundehalter zu Kotbeuteln, um das Ärgernis zu beseitigen. An 65 Standorten im Stadtgebiet gibt es mittlerweile diese Beutelspender. Auch sie dienen also dem Zweck der Straßenreinigung. Die Kosten von 25.000 Euro im Jahr werden nicht auf die Straßenreinigungsgebühren umgelegt, sondern von der Stadt getragen. Auch die Hundehalter werden dafür nicht belangt. Dass die Beutel nötig sind und benutzt werden, belegt eine weitere Zahl: Im Jahr werden 700.000 Stück gebraucht.

65 Standorte gibt es für Hundekot-Beutelspender. Hier greift gerade Stefanie Krapf danach.

Hintergrund:

Insgesamt 650 Papierkörbe stehen im Weidener Stadtgebiet. Derzeit wird darüber diskutiert, wie sie künftig gestaltet werden sollen. Mit breitem Einwurfschlitz oder doch eher mit engem Schlitz. Dann müssten Flaschen unten abgestellt werden dürfen.

Egal wie das Ergebnis aussieht: Auch die Papierkörbe dienen dazu, die Straßen rein zu halten. Die Stadt zu einem Drittel und die Gebührenzahler zu zwei Drittel teilen sich die Kosten dafür, die insgesamt rund 200 000 Euro im Jahr ausmachen. Doch 650 Papierkörbe reichen den Bürgern nicht. Reinigungsexperte Johannes Zierock: „Am liebsten hätten sie dreimal so viel.“

Kommentar:

Straßen sind nicht alle gleich

Für die Sauberkeit in den Straßen haben viele Bürger einen besonderen Blick. Da reagieren sie schnell und empfindlich. Doch nicht hinter jeder Ecke kann ein städtischer Bediensteter nur darauf warten, den Dreck, den wiederum andere Bürger hinterlassen haben, umgehend zu beseitigen. Immerhin: Die Flaniermeile zwischen Witt-Platz und Schlör-Platz wird sechs Mal in der Woche gereinigt. Das kostet Geld. Anlieger sind hier bei zehn laufenden Metern künftig mit knapp 100 Euro dabei. Am Almesbacher Weg (14-tägige Reinigung) kosten diese nur 12 Euro.
Pech haben Anlieger an Straßen wie der Moltkestraße, die für zweimaliges Reinigen in der Woche zahlen, die städtischen Fahrzeuge aber nur in der Mitte durchrauschen. An den Bordsteinen links und rechts sind diese Straßen rund um die Uhr zugeparkt. Viel schmutziger als andere sind sie aber auch nicht. Vielleicht neben die Anlieger gern mal selbst einen Besen zur Hand.

Volker Klitzing

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