24.07.2018 - 10:07 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Auf der Suche nach der "Sünde"

Der Kulturverein "Sündikat" ist in Nöten. Noch ist kein geeigneter Raum für seine Konzertreihe 2018 gefunden. Dabei soll sie bereits im Oktober starten.

Trommeln für die "Sünde". Der Kulturverein "Das Sündikat" braucht wieder geeignete Räume, in denen Konzerte wie die von "Van Holzen" 2017 über die Bühne gehen können.
von Ralph Gammanick Kontakt Profil

(rg) Auf der Suche nach der zweiten "Sünde" half vor zwei Jahren eine Spritztour durch die Stadt: Die Jungs vom Kulturverein "Sündikat" setzten sich ins Auto und klapperten einen Tag lang Weidener Läden ab, in denen sie sich, teils mit viel Fantasie, einen Musik-Club vorstellen konnten. Auf diese Weise stießen sie aufs Untergeschoss des Josefshauses - die "Sünde" der Jahre 2016 und 2017. Im Sommer 2018 macht sich jedoch Frust breit bei den jungen Konzertveranstaltern. Diesmal blieb selbst die Autofahrt erfolglos. Ein neues Domizil ist noch nicht gefunden. Und "die Zeit drängt", wie "Sündikat"-Sprecher Lukas Höllerer betont.

"Was ist denn jetzt mit der neuen ,Sünde'?" Das, sagt Höllerer, sei für ihn derzeit die meistgehörte Frage in der Stadt. Er muss seine Gesprächspartner enttäuschen. Geeignete Räumlichkeiten für die dritte "Sünde" nach der ausgedienten Metzgereifiliale auf der Allee (2015) und dem Josefshaus-Keller sind nicht in Sicht. "Die ,Klassiker' haben wir alle durch", stellen Höllerer und Mitstreiter Christian Gold fest - insbesondere mit Blick auf nicht mehr genutzte Kinosäle. Es braucht eine schnelle Lösung: Schon im Oktober soll das "Sünde"-Programm mit zehn bis zwölf Konzerten bis zum Jahreswechsel starten. Jetzt müssen die Bands gebucht werden. Nur zwei stehen laut Höllerer bereits fest: "Monobo Son" (die notfalls auch in einem anderen Saal auftreten könnten) und die Elektronik-Jazzer "KUF", "Sünde"-Stammgäste seit den Anfängen.

Bevor die "Sünde"-Leute weitere Musiker kontaktieren, muss erstmal klar sein, wo die Bühne steht. Doch auch eine Vielzahl von Telefonaten brachte kein greifbares Ergebnis. Höllerer will potenziellen Vermietern nun nicht mehr nachlaufen: "Sie müssen selbst Bock auf uns haben." Wie in der Vergangenheit eben Martina Taller-Krinninger (Allee-Räume) und Harald Rippl (Josefshaus), die einfach Kultur fördern wollten und vom "Sündikat" keinen Cent Miete verlangten. "Wir sind aber nicht mittellos", versichern die Veranstalter: An einem fairen Mietpreis und der Übernahme der Nebenkosten soll's keinesfalls scheitern.

Das Anforderungsprofil für eine "Sünde" schildern sie so: "ein Hauptraum mit rund 100 Quadratmetern und Kraftstrom, ein kleinerer Nebenraum mit Backstagebereich, dazu Toiletten". Das alles "in Fahrradnähe" zur Kneipe "Neues Linda", dem Vereinslokal des "Sündikat". Dessen 15 Mitglieder nähmen keine bauliche Veränderungen vor. Sie schmückten den Raum lediglich für das Vierteljahr, eine mobile Bühne brächten sie mit. Die Räumlichkeiten könnten gerne renovierungsbedürftig sein.

Meldungen nimmt der Verein unter der Mail-Adresse info@sündik.at entgegen. Und sollte auch dieser Aufruf ergebnislos verhallen? Lukas Höllerer will so schnell nicht aufgeben: "Für viele gehört die ,Sünde' mittlerweile zum Kulturleben in Weiden dazu. Diesem Stammpublikum gegenüber fühlen wir uns verpflichtet."

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