Weiden in der Oberpfalz
21.10.2026 - 12:35 Uhr

„Symphoniacs“-Sextett schafft Spagat zwischen Klassik und Pop

Rund 400 Besucher feierten in Weiden ein außergewöhnliches Konzert: Die Gruppe „Symphoniacs“ verband klassische Meisterwerke mit elektronischen Klängen, Club-Sound und Rock und sorgte für eine mitreißende Show.

Das "Symphoniacs"-Sextett verzauberte das Weidener Publikum. Bild: Helmut Kunz
Das "Symphoniacs"-Sextett verzauberte das Weidener Publikum.

Für den Klassikpuristen dürfte dieser Abend eine kleine Herausforderung gewesen sein: Mozart, Bach und Vivaldi, gespielt von zwei Geigen und zwei Celli, dazu Klavier und Keyboard, vorgetragen von einem Ensemble, das klanglich kaum Grenzen kannte und die Musik dank ihrer farbenprächtigen Bühnenshow auch in poppige und rockige Gefilde führte.

Doch vielleicht hätten Mozart und seine Komponistenkollegen ihre helle Freude daran gehabt, hätten sie heute gelebt und die technischen Möglichkeiten unserer Zeit ausschöpfen können. Wer weiß, welche Klangwelten sie ihrer Musik eröffnet hätten?

Genau diese Frage schienen die sechs Musiker von "Symphoniacs" auf ihre Weise zu beantworten. Das international besetzte Electro-Klassik-Projekt, das der in Berlin lebende Komponist und Musikproduzent Andy Leomar ins Leben gerufen hat, verbindet klassische Musik mit elektronischen Beats und Club-Sounds. Dass diese Mischung funktioniert, bewies das Ensemble vor einem begeisterten Publikum.

Schon nach den ersten Stücken war klar: Hier ging es nicht allein um den klassischen Konzertgenuss, sondern auch um eine energiegeladene Bühnenshow. Der Drive erinnerte mitunter an einen Auftritt von David Garrett. Auf dem Programm standen unter anderem das Präludium aus Johann Sebastian Bachs „Cello Suite Nr. 1“ und Mozarts Sinfonie Nr. 40, deren emotionale Spannung in einem modernen Klanggewand zur Geltung kam. Mit Sergej Prokofjews „Dance of the Knights“ setzte das Ensemble auf düstere Dramatik und bedrohliche Wucht. Auch Gigi d’Agostinos Eurodance-Klassiker „L’amour Toujours“ durfte nicht fehlen.

Bei Coldplay „A Sky Full of Stars“ leuchteten die Handylichter im Saal. Vor der Bühne ging die Post ab, und nach jedem Beitrag brandete tosender Applaus auf. Selbst eine gerissene C-Saite am Cello konnte die Stimmung nicht trüben. Die Pause wurde kurzerhand vorgezogen, die ausgefallene Bach-Toccata anschließend nachgeholt.

Mit weiteren Publikumslieblingen wie „Viva la Vida“, „The Chase“ und „Animals“ steuerte der Abend auf sein Finale zu. Mit „Opus“ verabschiedeten sich die sechs Musiker schließlich vom Weidener Publikum, das sie mit lang anhaltendem Applaus feierte.

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