Spritzig, frech und herrlich chaotisch: Mit "Nichts als Kuddelmuddel" landet die Weidener Theatergruppe "D’lustigen Konrader" am Samstagabend im neuen Pfarrheim einen Volltreffer. Damit knüpft sie an ihren Erfolg von 1999 an.
Es kracht, es hakt, es läuft nichts nach Plan. Aber genau das macht den Reiz dieses Abends aus. "Nichts als Kuddelmuddel", der Zweiakter von Jürgen Hörner, führt das Publikum mitten hinein in eine Generalprobe, die gründlich daneben geht. Und als wäre das nicht genug, gerät die anschließende Premiere im zweiten Akt noch mehr aus den Fugen.
Punktgenau gespiel
Souffleur Willi kriecht sichtbar unter dem Tisch hervor, private Eifersüchteleien funken dazwischen, ein Darsteller zückt den Flachmann und schwankt. Und die Kulisse hält auch nicht, was sie verspricht. Was wie improvisiertes Chaos wirkt, ist aber punktgenau gespielt. Die Nervosität auf der Bühne? Reine Inszenierung.
Regisseurin Sonja Balk weiß, wovon sie spricht. 1999 stand sie selbst noch als Madam Kassandra auf der Bühne, heute zieht sie im Hintergrund die Fäden. "Schon nach der Generalprobe war ich erleichtert, weil ich gemerkt habe, dass das Stück gut ankommt", sagt sie. Damals führte Christian Kalis Regie, der heute Pfarrer in St. Jakob in Schwandorf ist und als Gast im Publikum sitzt. "An manche Sätze hab ich mich noch erinnert", meint er lachend.
Auch der neu gewählte Oberbürgermeister Benjamin Zeitler ist begeistert: „Ich hab mich vor Lachen gekrümmt. Ich wusste gar nicht, was da noch für Steigerungen kommen können.“ Stadtpfarrer Johannes Lukas bringt das Tempo auf den Punkt: „Da ging’s Schlag auf Schlag.“ Und Hauptdarsteller Andreas Magulski bilanziert zufrieden: „So ein Applaus tut gut nach monatelanger Proberei.“
Was die "D’lustigen Konrader" zeigen, ist weit mehr als Klamauk. Es ist eine spritzige Realsatire auf das Theater selbst, ein Spiel im Spiel, das bewusst mit der dünnen Grenze zwischen Fiktion und Wirklichkeit spielt. Dass dabei kein Takt verloren geht, unterstreicht die Qualität der Truppe.
Besucher aus Österreich
Auf der Bühne überzeugen Katharina Lang als Jolanthe und Madam Kassandra, Kristina Simon als Tilda und Frau Buchfink, Brigitte Beer als Gitti und Frau Säuberlich, Stefan Neubauer als fensterputzender Regisseur. Hans Zielbauer spielt den Techniker Erich, der eigentlich gar nicht dazugehört und Stefan Pöll den Souffleur Willi: Letzterer eine Halbzeit lang unterm Tisch und mit trockenem Humor: "Eng ist’s schon, aber ich bin ja nicht der Größte."
Auch im Saal herrscht beste Stimmung. Neben zahlreichen Gästen ist die Geistlichkeit stark vertreten und eine Abordnung des befreundeten Theatervereins aus Weiden am See angereist. Das Pfarrheim ist voll besetzt. Mit der Neuauflage eines alten Stücks beweisen die Konrader einmal mehr ihr Gespür für Timing, Tempo und Pointen. Das Kuddelmuddel auf der Bühne ist gewollt und trifft genau ins Schwarze. Gespielt wird noch bis Mitte Mai. Alle Vorstellungen sind ausverkauft. Halt, stopp! Es gibt noch eine einzige Restkarte.



















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