13.08.2019 - 17:33 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Therapiebau drohen nasse Füße

Eigentlich sollte das Projekt zügig realisiert werden: Eine Sozialtherapeutische Einrichtung für Suchtkranke. Doch es gibt ein Problem, und deshalb könnte das Vorhaben ins Wasser fallen.

Südlich der Professor-Zintl-Straße und nördlich der Schweinenaab im Industriegebiet Pfreimter Weiher liegt das Grundstück, auf dem die R+K Projektbau 5 eine Sozialtherapeutische Einrichtung für Suchtkranke bauen will. Nachbarn sind die W&P Bühnenbau (links) sowie Fliesen Kreiter (rechts).
von Jutta Porsche Kontakt Profil

Die Crux ist: Das Grundstück, auf dem die R+K Projektbau 5 GmbH & Co. KG diese Einrichtung geplant hat, liegt im südwestlichen Bereich des Industriegebiets Pfreimter Weiher und damit in einem Überschwemmungsgebiet. Dieser Aspekt beschäftigte bereits den Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung, nachdem die R+K Projektbau einen Antrag auf Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans eingebracht hatte. Dieser vorhabenbezogene Bebauungsplan ist laut Stadtplanungsamt erforderlich, weil das Vorhaben im aktuell gültigen Bebauungsplan nicht umsetzbar ist.

Während Stefan Rank (Bürgerliste) im Bauausschuss "himmelangst" wurde, weil laut Plan weite Teile des Gewerbegebiets im Überschwemmungsgebiet liegen würden, machten sich die Genossen Hildegard Ziegler und Josef Gebhardt dafür stark, dass die R+K Projektbau 5 ihr Vorhaben zügig umsetzen kann. Alois Lukas (CSU) sah sogar Grund zur Entwarnung: Er ging davon aus, dass die Pläne seit der Hochwasserfreilegung in diesem Bereich überholt seien.

Doch dem ist nicht so, wie Baudezernent Oliver Seidel auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien erklärte. "Die Hochwasserfreilegung ist weiter östlich erfolgt." Der Bauplatz befinde sich also tatsächlich noch im Überschwemmungsgebiet der Schweinenaab. Unter der Voraussetzung, dass die Hochwasserproblematik sowie der Lärmschutz für die Patienten - angesichts der Firmen an der Professor-Zintl-Straße - bei den Planungen entsprechend berücksichtigt werden, stimmte der Bauausschuss der Einleitung des Aufstellungsverfahrens für einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan zu. Sämtliche Kosten für diesen Bebauungsplan sowie notwendige Gutachten muss die R+K Projektbau 5 übernehmen.

Jetzt liegt es laut Seidel am Bauträger, in Absprache mit dem Umwelt- und dem Wasserwirtschaftsamt eine tragfähige Lösung zu erarbeiten. Der hat sich aber noch nicht entschieden, ob er die Pläne tatsächlich weiterverfolgen will. "Wir wurden da vor eine Aufgabe gestellt, mit der wir nicht gerechnet hatten", räumt Gerhard Karl ein. Er ist Geschäftsführer der R+K Projektbau 5, die bei diesem Vorhaben zugleich Bauträger und Investor ist. Karl geht davon aus, dass die Entscheidung nach den Ferien, also im Herbst, getroffen wird.

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