11.09.2019 - 13:45 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Tierschutzverein baut selbst

Die atmosphärischen Störungen zwischen Stadt Weiden und Landkreis Neustadt um den Tierheim-Neubau entladen sich nicht in einem Gewitter: Der Tierschutzverein bietet vielmehr selbst eine Lösung an, mit der bisher niemand gerechnet hatte.

Die Stadt Weiden gibt das Projekt Tierheim-Neubau an den Tierschutzverein zurück. Auf einem benachbarten Grundstück, das bereits den Tierschützern gehört, soll der erste Bauabschnitt erstellt, danach die bestehende Einrichtung geräumt und saniert werden.
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Bereits seit 2012 ist klar, dass das Weidener Tierheim nicht mehr den Anforderungen genügt. Die Betriebserlaubnis endet im Dezember 2020. Die Stadt Weiden wollte als Bauherr einspringen. Sie übte jedoch mit den Aussagen, dass die spätere Betreiberschaft ausgeschrieben werden müsse - Druck aus und verunsicherte damit den Tierschutzverein. Ebenfalls Sorge machte der "Kostendeckel": Die zunächst auf 7 Millionen Euro geschätzte Investition wurde auf 3 Millionen Euro beschränkt, womit nur für den "Weidener Bedarf" gebaut werden sollte. Damit wiederum waren Diskussionen im Landkreis vorprogrammiert.

In "Einzelgesprächen" baten sowohl Landrat Andreas Meier, der Neustädter Bürgermeister Rupert Troppmann, aber auch Vertreter der Stadt Weiden den Tierschutzverein, selbst aktiv zu werden. "Ja, wir wollen selbst bauen", bestätigt Norbert Ziegler, Schatzmeister des Tierschutzvereins kurz vor der Jahreshauptversammlung am Freitag die jüngste Entwicklung. In nichtöffentlicher Sitzung des Stadtrats zeigte sich auch die Stadt Weiden mit dieser Kehrtwende einverstanden.

Der Tierschutzverein, der - anders als die Stadt Weiden - die Aufträge nicht öffentlich europaweit ausschreiben muss, ist davon überzeugt, dass er das neue, größere Tierheim mit optimalen Arbeitsabläufen ebenfalls mit drei Millionen Euro errichten kann. Ein Teil der Summe ist angespart. Eine weiterer Investitionszuschuss, der - wie auch die Fundtierpauschale - ebenfalls pro Einwohner gewährt wird, soll die Maßnahme finanzieren helfen. Auch die umstrittene Quarantäne-Station sowie Zwinger für Pensionshunde sollen errichtet werden.

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